Freitag, 3. Oktober 2014

Rezension Zivilrecht: Die GmbH in der Liquidation


Passarge / Torwegge, Die GmbH in der Liquidation, 2. Auflage, C.H. Beck 2014

Von Ri’in Domenica D’Ugo, Saarbrücken


Die Vielfalt des Themenkomplexes „GmbH und ihre Liquidation“ ergibt sich schon bei einem Blick auf die Zielgruppe des Buches der Rechtsanwälte Dres. Passarge und Torwegge: Angesprochen werden Geschäftsführer, Liquidatoren, Gesellschafter, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Notare, Rechtsabteilungen und Banken. Dementsprechend vielfältig ist auch der Inhalt des Werkes, welches sich als Leitfaden zu Strategie und Praxis der GmbH-Liquidation versteht. Die Kapitel sind, so ergibt es sich aus dem Klappentext, dem Ablauf des Liquidationsverfahrens folgend aufgebaut. Nach der Darstellung von Vorüberlegungen und Handlungsalternativen wird die Auflösung der GmbH an sich betrachtet, wobei auch möglichen Besonderheiten (Vor-GmbH, UG, gGmbH, Freiberufler-GmbHs) nicht übersehen werden. Sodann folgt ein recht umfassender Überblick über das Amt des Liquidators, seine Pflichten und seine Haftung sowie die Tätigkeit während des eigentlichen Liquidationsvorganges. Etwas fremdpositioniert wirkt beim ersten Durchsehen des Inhaltsverzeichnisses die sodann folgende Darstellung von Pensionsverbindlichkeiten in der Liquidation, die mit Sicherheit eine hohe praktische Relevanz besitzt, jedoch als Sonderfall eventuell auch einen Platz nach den weiteren Ausführungen zur Fortsetzung der Gesellschaft nach der Auflösung, der Vermögensverteilung und der Vollbeendigung der GmbH hätte finden können. Gleiches gilt für das sodann folgende Kapitel der Nachtragsliquidation, dem sich Darstellungen zu Rechnungslegung und Besteuerung in der Liquidation anschließen. Beim Lesen des Buches schwächt sich dieser Eindruck des vermeintlich undurchdachten Aufbaus jedoch schnell ab, die Ausführungen greifen durchaus logisch ineinander und sind stets nachvollziehbar.

Dies gilt generell auch für das ganze Werk. Das Schriftbild ist etwas zwar klein geraten, was das Lesen insbesondere nach vorgerückter Arbeitszeit und fast verbrauchter Konzentration zuweilen mühsam gestaltet. Inhaltlich gibt es jedoch nichts zu mäkeln. Die Autoren haben sichtlich darauf geachtet, die Sätze kurz und damit gut leserlich zu halten, ohne dass dabei jedoch der Eindruck entsteht, man lese eine Kurzanleitung statt eines Fachbuches. Die Ausführungen sind in einem angemessenen Maße mit Paragrafen- und Quellenangaben versehen. Durch die hin und wieder eingestreuten Hinweise auf Abweichungen des Liquidations- zum Insolvenzverfahren können die Leser entweder Kenntnisse des Insolvenzrechts erwerben oder – so solche bereits vorhanden sind – Gedankenstützen erhalten, die nochmals zur besseren Verständlichkeit der Erläuterungen führen.

Abgerundet wird das insgesamt wirklich empfehlenswerte Buch durch zahlreiche Formulare für die GmbH-Liquidation, die – was erneut Praxisnähe beweist – überwiegend in deutscher und englischer Sprache abgedruckt sind. Hier kann man in der gegebenen Kürze erfahren, welche Angaben etwa ein Beschluss über die Ergebnisverwendung oder über die Auflösung der Gesellschaft enthalten soll, wie eine Anmeldung zur Liquidation zum Handelsregister aussehen kann und wie man die Bestellung eines Nachtragsliquidators beim Handelsregister beantragen kann. Die für das Werk aufzubringenden 49 € erscheinen nach alldem angemessen und ihr Einsatz lohnenswert.