Mittwoch, 1. Oktober 2014

Rezension Zivilrecht: Insolvenzrecht


Bork, Einführung in das Insolvenzrecht, 7. Auflage, Mohr Siebeck 2014

Von stud. iur. Michelle Karrer, Wiesbaden


Das Insolvenzrecht hält in der universitären juristischen Ausbildung lediglich eine Nebenrolle inne. Allerdings gewinnt das Insolvenzrecht insbesondere in den Schwerpunktbereichen des Gesellschaftsrechts eine immer höhere Rangstellung. Auch der hohe Praxisbezug führt zu einer stetig steigenden Attraktivität unter den Studenten. Das Lehrbuch „Einführung in das Insolvenzrecht“ von Reinhard Bork, ist in der 7. Auflage 2014 bei Mohr Siebeck erschienen.  Die Neuauflage beinhaltet insbesondere die durch das ESUG relevant gewordenen Änderungen.

Das Lehrbuch besticht durch seinen systematischen Aufbau und die Unterteilung in 13 Abschnitte. In den ersten Abschnitten erhält der Leser einen guten Einstig in das Insolvenzrecht. Es werden die Grundlagen des Insolvenzrechts, wie das Insolvenzverfahren sowie die Struktur der Insolvenzordnung dargestellt. Im Anschluss wird auf die Beteiligten des Insolvenzverfahrens den Schuldner, das Insolvenzgericht, den Insolvenzverwalter sowie die Gläubiger eingegangen. Die nächsten beiden Abschnitte befassen sich mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und den Auswirkungen der Eröffnung. Der fünfte Teil behandelt die oftmals klausurrelevanten Themen Insolvenzanfechtung, Aussonderung, Absonderung und Aufrechnung. Im Anschluss werden die Verteilung der Insolvenzmasse, die Beendigung des Insolvenzverfahrens sowie der Insolvenzplan dargestellt. Im neunten Abschnitt wird das aktuelle Thema der Sanierung in der Insolvenz erläutert. Auch die Restschuldbefreiung wird besprochen. Die letzten Abschnitte widmen sich besonderen Verfahren wie der Eigenverwaltung, der Verbraucherinsolvenz sowie der Nachlassinsolvenz. Den Abschluss bilden ein Abschnitt über das internationale Insolvenzrecht sowie ein kurzer Überblick über das Insolvenzstrafrecht.

Das Lehrbuch „Einführung in das Insolvenzstrafrecht“ von Reinhard Bork ist geeignet um einen Überblick über das weite Gebiet des Insolvenzrechts zu bekommen. Man kann aufgrund der klaren strukturellen Ordnung einzelne Kapitel herauspicken um sich in spezielle Themengebiete einzulesen und auch über angrenzende Gebiete einen Überblick zu erlangen. Der Abschnitt über klausurrelevanten Themen wie Insolvenzanfechtung, Absonderung und Aussonderung ist aufgrund der klar verständlichen Erläuterungen und der einfachen Darstellungen der komplexen insolvenzrechtlichen Vorgänge sehr zu empfehlen. Für eine Klausurvorbereitung wäre allerdings neben dem Lehrbuch von Reinhard Bork ein Fallbuch zu empfehlen, da das Lehrbuch lediglich einen theoretischen Überblick mit kleinen Praxisbeispielen über das Insolvenzrecht gibt. Letztendlich ist zu sagen, dass das Lehrbuch von Bork genau das ist, was es vorgibt. Eine „Einführung in das Insolvenzrecht“.