Mittwoch, 26. November 2014

Rezension Strafrecht: Umweltstrafrecht


Kloepfer / Heger, Umweltstrafrecht, 3. Auflage, C.H. Beck 2014

Von RA, FA für Verkehrsrecht Sebastian Gutt, Helmstedt


Hat man im Studium und Referendariat in der Regel wenig mit dem Umweltstrafrecht zu tun, begegnet es einem in der Praxis durchaus öfter. Grund genug, sich auch in diesem Bereich durch Lektüre eines Buches weiter zu bilden.

Ich habe in der letzten Zeit tatsächlich häufiger in Umweltstrafsachen verteidigen müssen und war deshalb auf der Suche nach einem Buch, dass mir das Umweltstrafrecht kurz, knapp und für die Praxis geeignet näher bringt. Hierbei bin ich auf das vorliegende Werk aus der Reihe „NJW Praxis“ gestoßen, welches das Rechtsgebiet auf 167 Seiten dem Leser darstellt. Das Werk wendet sich vornehmlich an Praktiker, vor allem Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter, eignet sich aus meiner Sicht aber auch sehr gut für Studierende, die beispielsweise als Schwerpunkt „Umweltrecht“ oder „Strafrecht“ gewählt haben. Zwar ist das Buch in der Reihe „NJW Praxis“ geschrieben, die Autoren haben es jedoch – was keinesfalls negativ gemeint ist – lehrbuchartig verfasst.

Die Autoren sind beide ordentliche Professoren an der Humboldt-Universität zu Berlin. Heger ersetzt seit der 3. Auflage Vierhaus.

Seit der Vorauflage waren 12 Jahre vergangen. Grund genug also für eine Neuauflage, da auch im Bereich des Umweltstrafrechts die Rechtsprechung neuere Entscheidungen gefällt hat.

Das Buch setzt sich aus insgesamt sechs Teilen zusammen. Nach einer Einführung erläutern die Autoren den Allgemeinen Teil. Hier geht es u.a. um die Fahrlässigkeits-  und Versuchsstrafbarkeit. Es versteht sich von selbst, dass hier der Blickpunkt auf das Umweltstrafrecht gerichtet ist, z.B. als Folge der Pflichtwidrigkeit die Wasserqualität negativ verändert wurde (§ 324 Abs. 3 StGB).

Kernstück, schon alleine vom Umfang, ist aber der dritte, nämlich der Besondere Teil. In einer angenehmen und gut lesbaren Art und Weise erklären die Autoren etwa das Bodenschutzstrafrecht oder das Abfallstrafrecht. Jeweils wird der Tatbestand besprochen, hier vor allem das Tatobjekt (z.B. „Boden“ gem. § 324a StGB) sowie die Tathandlungen (beispielshalber „Befördern“ gem. § 326 Abs. StGB). Knapp aber sehr präzise führen die Autoren durch die einzelnen Delikte.

Für mich als Praktiker von Interesse war auch der 4. Teil, in dem es um strafprozessuale Probleme von Umweltstrafsachen geht. Hier gefielen mir insbesondere die Ausführungen zur Einstellung (Rn. 406 ff.) gut.

Insgesamt hat mich dieses kurze Buch zum Umweltstrafrecht überzeugt. Es bietet eine sehr gute Möglichkeit, sich in das Rechtsgebiet einzuarbeiten, hat mir bei der Bearbeitung meiner einschlägigen Mandate auch stets geholfen. Aus diesem Grund spreche ich eine klare Kaufempfehlung für diejenigen aus, die sich in einer vergleichbaren Situation wie ich befinden. Praktiker (und Studenten), die schon über ein größeres Wissen verfügen, werden wohl auf umfangreichere Bücher zurückgreifen.