Donnerstag, 27. November 2014

Rezension Zivilrecht: GmbHG


Baumbach  / Hueck (Hrsg.), GmbHG, 20. Auflage, C.H. Beck 2013

Von David Eckner, LL.M. (King’s College London), Düsseldorf


Das GmbHG ist zweifellos eines der wirtschaftsrechtlichen Gesetze in der Bundesrepublik Deutschland, das sich einer bemerkenswerten Faszination in Wissenschaft und Praxis ausgesetzt sieht. Schon in 2010 zählte man sechszehn Kommentare für die wenigen Normen (vgl. etwa Unternehmensrechtliche Notizen, http://notizen.duslaw.de/uber-ein-dutzend-gmbhg-kommentare-2/). Das Faszinosum GmbHG setzt sich fröhlich fort, durch Neubearbeitungen, Neuauflagen und weiteres Meinungsbildschaffen in Kommentaren, Handbüchern und Formularhilfen. Während die Vielfalt der Kommentierungen der Rechtswissenschaft eine vermeintliche Freude bereitet, rückt in der Praxis hier und dort Verzweiflung in den Vordergrund: als eine Vorbereitungshandlung für die eigentliche Bewältigung des gesellschaftsrechtlichen Problems tritt die Selektion der de facto geeigneten Arbeitshilfe hinzu. Über den Sachverhalt will nicht beschieden werden, bevor nicht der „richtige“ Kommentar zu Rate gezogen wurde. Welcher ist aber nur der „richtige“ Kommentar?

In aller Kürze kann diese Frage in einer Rezension nicht beantwortet werden. Zudem ist eine Negativliste kaum denkbar, kommt doch der Bestand der GmbHG-Kommentierungen wie ein Schaulaufen der deutschen Gesellschaftsrechtsexperten daher. Für diese Rezension kann nur eines festgestellt werden und das in Retrospektive bereits seit dem Erscheinen der ersten Auflage unter Herausgeberschaft von Adolf Baumbach im Jahre 1937: der „Baumbach/Hueck“ ist ein Klassiker, ein Standardwerk, ein Wegbereiter und -begleiter für das GmbH-Recht.

Nach über siebzig Jahren liegt mit der zwanzigsten Auflage nunmehr eine auf den Stand von Oktober 2012 gesetzte Kommentierung des GmbHG vor. Die Stetigkeit, Prägnanz und inhaltliche Tragweite der Kommentierung ist nicht nur der Dauerhaftigkeit der Überarbeitungen zu danken, sondern vor allem dem Bearbeiterbestand. Die zwanzigste Auflage wurde nunmehr in der gewohnten Ausführlich- und Stichhaltigkeit besprochen von Prof. Dr. Ulrich Noack und Dr. Michael Beurskens (beide Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Lorenz Fastrich (Universität München), Prof. Dr. Ulrich Haas (Universität Zürich) sowie Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Zöllner (Universität Tübingen). Obschon der mehr als 2300 Seiten starken Kommentierung passt der „Baumbach/Hueck“ in jede Aktentasche. Seine Handlichkeit trägt nicht ansatzweise zur inhaltlichen Vernachlässigung bei – mitnichten, für den „Baumbach/Hueck“ gilt „jeder Satz ein Treffer“, kein Wort zu viel, kein Gedanke verschwommen oder aufgequollen. Der GmbHG-Kommentar aus der Beck’schen Kurzkommentarreihe ist der „Palandt des Gesellschaftsrechts“, für einen Gesellschaftsrechtler eine unverzichtbare Quelle, gleichgültig, ob man die Wissenschaft oder Praxis seine inhaltliche Mitte nennt.