Samstag, 15. November 2014

Rezension Zivilrecht: Schuldrecht BT


Medicus / Lorenz, Schuldrecht II - Besonderer Teil, 17. Auflage, C.H. Beck 2014

Von Anne Kiesewalter, Dresden


Der „Medicus“, mittlerweile in Zusammenarbeit mit Stefan Lorenz, ist im Bürgerlichen Recht seit seiner 1 Auflage im Jahre 1983 aus den Reihen der Standardwerke nicht mehr wegzudenken. In nunmehr 17. Auflage ist der Band über den besonderen Teil des Schuldrechts erschienen, der trotz seiner knapp 530 Seiten noch zur Reihe der „Juristischen Kurz-Lehrbücher“ zählt.

Die Gliederung, die in ihrer Nummerierung nahtlos an die des Bandes „Schuldrecht I - Allgemeiner Teil“ anknüpft, überzeugt durch ihre logische und übersichtliche Einteilung nach einzelnen - einesteils nach vertraglichen, andererseits nach gesetzlichen - Schuldverhältnissen. Somit wird es dem Benutzer erheblich erleichtert sich im Werk selbst zurechtzufinden, besonders, wenn es nicht in einem Stück durchgearbeitet, sondern bezüglich einzelner Schuldverhältnisse nachgelesen wird.

Die inhaltlichen Ausführungen sind, wie bei Medicus üblich, sehr ausführlich und gehen weit ins Detail, was jedoch dem Gesamtverständnis nicht abträglich ist. Vielmehr wird eine umfassende Darstellung der entsprechenden Schuldverhältnisse vermittelt, wobei auch Querverweise zu anderen Schuldverhältnissen gezogen werden und Parallelen bzw. Unterschiede aufgezeigt werden. Durch mehrere Beispielsfälle und Verweise auf einschlägige wichtige Rechtsprechung wird der vermittelte Stoff auch veranschaulicht und bleibt nicht zu abstrakt. Teilweise werden auch Schemata zur besseren Veranschaulichung angeboten, diese sind jedoch eher selten zu finden.

Zu bemerken ist weiterhin, dass die Autoren ein gutes Gespür für den Umfang der angebotenen weiterführenden Literatur entwickelt haben. So wird man auf der einen Seite nicht durch riesige Quellenverweise erschlagen, auf der anderen Seite wird durch das Literaturangebot die entsprechende Materie genügend weiterveranschaulicht, insbesondere werden so auch die manchmal etwas zu kurz kommenden Meinungsstreite verständlicher.

Aufgrund seines Umfangs und der doch eher anspruchsvollen Sprache mag er vielleicht nicht den Geschmack eines jeden Studenten treffen, wer sich jedoch mit ihm beschäftigen will, erhält ein umfassendes Werk, das den gesamten examensrelevanten Stoff aufarbeitet. Es dient somit sowohl für Hausarbeiten, das Heimstudium sowie schlussendlich für die Vorbereitung auf die Erste Juristische Prüfung. Unverkennbar stellen Studenten daher die maßgeblichste Zielgruppe dar.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass der „Medicus“ nicht ohne Grund zu den Standardwerken im Schuldrecht zählt, da es die komplexe Materie übersichtlich und anschaulich in seiner Gesamtheit darstellt