Donnerstag, 4. Dezember 2014

Rezension Zivilrecht: Schmerzensgeld-Beträge 2015


Hacks / Wellner / Häcker (Hrsg.), Schmerzensgeld-Beträge 2015, 33. Auflage, Anwaltverlag 2015

Von RA, FA für Verkehrsrecht Sebastian Gutt, Helmstedt



Das Standardwerk zum Schmerzensgeld, die seinerzeitige „ADAC-Tabelle“, nunmehr seit ein paar Auflagen schlicht Schmerzensgeld-Beträge genannt, liegt frisch in der 33. Auflage vor.

Inhaltlich hat sich bereits in den vergangenen Jahren einiges geändert. Bereits in den Vorauflagen erfolgte die Darstellung nicht mehr nach Höhe des Schmerzensgeldes, sondern ist nunmehr sortiert nach Verletzungsarten, und zwar von „A wie Amputation des Armes“ bis „V wie Versteifung“. Gesondert dargestellt werden auch weiterhin die besonderen Verletzungsarten, -ursachen und -folgen, jedoch diesmal ebenfalls alphabetisch aufbereitet. Seit dieser Auflage ist es nun auch möglich, nach Urteilen mit bzw. ohne immateriellen Vorbehalt zu suchen. Zudem wurden weitere Änderungen eingearbeitet. Alltägliche Verletzungsarten, z.B. am Arm, sind in die einzelnen Bereiche eingeteilt worden (Oberarm, Unterarm) – eine weitere Erleichterung bei der Suche. Es bleibt dabei: Die „neue“ Darstellungsweise war notwendig und gefällt, ist sie doch wesentlich praxistauglicher als die bisherige.

Innerhalb der jeweiligen Verletzungsarten findet man weiterhin den gewohnten Aufbau wieder. Wellner und Häcker haben das bisher bewährte System beibehalten und beginnen bei den Verletzungsarten zunächst mit dem geringsten Schmerzensgeld und stellen dann der Höhe nach aufsteigend die weiteren Schmerzensgelder zu dieser Verletzungsart dar.

Die Neuauflage ist wiederum ergänzt worden um zahlreiche neue Entscheidungen, und zwar insgesamt 200. Die Tabelle enthält daher weiterhin mehr als 3000 Urteile insgesamt. Ungemein hilfreich ist das kurze medizinische Wörterbuch am Ende der Tabelle. Aber auch der Allgemeine Teil, in dem die Grundlagen des Schmerzensgeldes dargestellt werden, ist äußerst gelungen.

Das Rezensionsexemplar enthielt auch in diesem Jahr die CD-ROM sowie die Online-Version mit juris-Rechtsprechung. Es bleibt bei meiner Empfehlung, die Vollversion der CD-ROM auf dem eigenen Rechner zu installieren und so zu recherchieren. Die Recherche auf diese Weise ist ungemein einfach. Man kann die Suche auf die Verletzung des Geschädigten im konkreten Fall fast genau einschränken. Sodann werden die jeweils passenden Entscheidungen als Auswahl angezeigt, welche man im „Korb“ ablegen kann. Von dort aus können sie bequem gelöscht oder aber ausgedruckt werden, und zwar jeweils schon unter Berücksichtigung der Indexanpassung.

Fazit: Die Schmerzensgeldtabelle des Anwaltverlages bleibt weiterhin vollkommen zu Recht das Maß aller Dinge. Durch die neue Aufbereitung und Darstellungsweise ist sie noch besser geworden, als sie ohnehin schon war. Der praktische Nutzen kann daher nicht genug hervorgehoben werden.