Mittwoch, 17. Juni 2015

Rezension Strafrecht: Durchsuchung und Beschlagnahme

Park, Durchsuchung und Beschlagnahme, 3. Auflage, C.H. Beck 2015

Von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Johannes Berg, Kaiserslautern



In der 3. Auflage erscheint aus dem Verlag C.H. Beck in der Reihe NJW Praxis das Werk von Tido Park zu Durchsuchung und Beschlagnahme. Einer grundlegenden Besprechung bedarf es mit Blick auf die bereits zahlreich vorhandenen umfangreichen Rezensionen nicht (vgl. nur Hamm, NJW 2002, 3451).

Park erarbeitet die gesetzgeberischen Neuerungen, wie sie insbesondere aus der Änderung des § 160a StPO durch das Gesetz zur Stärkung des Schutzes von Vertrauensverhältnissen zu Rechtsanwälten im Strafprozessrecht vom 22.12.2010 erwachsen sind. Freilich sucht man auch die eingehende Besprechung bekannter Entscheidungen wie Edathy (BVerfG v. 15.08.2014 – 2 BvR 969/14) nicht vergebens. Während bei vielen Folgeauflagen anderer Werke eingepflegte Entscheidungen wie Fremdkörper wirken, gelingt es Park hier, die Problematik an der entscheidenden Stelle (hier u.a. dem Strafbarkeitsvorwurf, Rn. 76) sehr homogen in sein Werk aufzunehmen. Auch fällt an dieser Stelle sehr positiv auf (und sollte hier nicht unerwähnt bleiben), dass sich das Werk nicht mit der Darstellung und Kritik bisheriger Rechtsprechung begnügt. Vielmehr finden sich – wie für Park üblich – praktische Bemerkungen und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der streitigen Fragen.

Nichts anderes gilt für die ausführlichen Bemerkungen zu Neuerungen der Rechtsprechung zur Beschlagnahme von Unterlagen aus internal investigations (Rn. 571).

Alles in allem kann Park mit der Neuauflage also an die hohe Qualität der beiden vorherigen Auflagen anknüpfen und diese sogar noch steigern. Das wissenschaftlich fundierte und praxisbezogene, didaktisch hervorragende und zu der Problematik der Beschlagnahme und Durchsuchung umfassende Werk, sei jedem Strafverteidiger und Strafverfolger empfohlen.