Freitag, 21. August 2015

Rezension Öffentliches Recht: Handbuch Besoldungsrecht

Hebeler / Kersten / Lindner, Handbuch Besoldungsrecht, 1. Auflage, C.H. Beck 2015

Von RA Christian Reckling, Hamburg



Die in Neuerscheinung erschienene Publikation zum Besoldungsrecht besticht durch ihre Bandbreite im Hinblick auf die systematische Darstellung und Erfassung des Besoldungsrechts der Länder, des Bundes und der Europäischen Union. Zielgruppe des Werkes sind Beamte des Bundes, der Länder und Kommunen sowie Bedienstete der EU, Richter, spezialisierte Rechtsanwälte und Verbandsjuristen.

Die Autoren, Prof. Dr. Ralf Brinktrine, Prof. Dr. Timo Hebeler, Prof. Dr. Daniela A. Heid, Prof. Dr. Jens Kersten, Ministerialrat Karlheinz Konrad, Prof. Dr. Josef Franz Lindner, Oberregierungsrat Jürgen Mangerich, Prof. Dr. Ingo Schmidt und Richter am Bayerischen Landessozialgericht Dr. Christian Zieglmeier, sind nicht nur erfahrene Praktiker auf dem Gebiet des Besoldungsrechts, sondern auch durch ihre einschlägigen Publikationen bestens ausgewiesen.

In insgesamt vier Kapiteln bieten die Autoren eine ausführliche Übersicht über die Ausgestaltung des Besoldungsrechts des Bundes, der Länder und der EU. Dem Leser wird es leicht gemacht, sich den Inhalt der vier Kapitel in kurzer Zeit anzueignen. Nicht nur, dass die jeweiligen Einleitungen gelungen sind, auch der Aufbau der einzelnen Kapitel besticht durch eine klare nachvollziehbare Struktur. Auch auf die Wechselwirkungen mit anderen Vorschriften des Beamtenrechts geht das Werk ein. So wird u.a. die praxisrelevante Wechselwirkung des Besoldungsrechts mit dem Disziplinarrecht dargestellt.

Aus Sicht des Rezensenten besonders gelungen erscheint die Erörterung der Kapitel „Allgemeines Besoldungsrecht in Bund und Ländern“ und „Besonderes Besoldungsrecht in Bund und Ländern“. Diese Kapitel stellen zudem den Schwerpunkt des Handbuches dar. Ausführlich widmet sich das Handbuch dabei den speziellen Besoldungsverhältnissen der Richterinnen und Richter, der Soldatinnen und Soldaten und der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch die Anwärter finden eine hinreichende Berücksichtigung im 3. Kapitel des Handbuches.

Für den Rechtsanwalt bietet die Darstellung des Rechtsschutzes im Besoldungsrecht und gegen die Bemessung des Endgrundgehalts eine gute Möglichkeit, sich in die Materie des Besoldungsrechts aus anwaltlicher Sicht einzuarbeiten. Dies ist insbesondere dadurch begründet, dass der Rechtsschutz im Besoldungsrecht eine Spezialmaterie des Beamtenrechts ist und vor allem die Beamten als Besoldungsempfänger betrifft. Auch die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Verfassungsbeschwerde und der konkreten Normenkontrolle wird eingehend beleuchtet. Ebenso der Rechtsschutz vor europäischen Gerichten wird erörtert.

Für den Praktiker erweist sich die Publikation als ein wahrer Fundus an Rechtsprechung, da die Autoren neben den verfassungsgerichtlichen Vorgaben und der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung auch der zahlreich veröffentlichten Rechtsprechung der Eingangsgerichte genug Aufmerksamkeit schenken.

Nicht zu verschweigen ist die Tatsache, dass das Handbuch auch den zunehmenden europarechtlichen Einfluss auf das Besoldungsrecht gut aufbereitet und darstellt, wobei sich langfristig entsprechende Auswirkungen auf das Alimentationsprinzip ergeben dürften.

Insgesamt erweist sich das Werk als äußerst profundes Nachschlagewerk, welches das umfangreiche Besoldungsrecht mit den zentralen Problemen und rechtlichen Grundlagen sehr gut lesbar aufbereitet hat. Die Neuerscheinung ist daher allen mit dem Besoldungsrecht befassten Berufsgruppen uneingeschränkt zu empfehlen.