Samstag, 5. September 2015

Rezension Öffentliches Recht: Banken- und Wertpapieraufsicht

Auerbach (Hrsg.), Banken- und Wertpapieraufsicht, 1. Auflage, C.H. Beck 2015

Von Ref. iur. David Eckner, LL.M. (King’s College London), Düsseldorf



In der blauen Praktikerhandbuch-Reihe des C. H. Beck-Verlags ist jüngst das Handbuch „Banken- und Wertpapieraufsicht“ in erster Auflage erschienen. Der Herausgeber, Dirk Auerbach, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der KPMG AG Wirtschaftsprüfergesellschaft in Frankfurt a. M., hat ein neunköpfiges Team, allesamt aus vorbenannter Wirtschaftsprüfergesellschaft, zusammengestellt, die einen hervorragenden Überblick zum Recht der Banken- und Wertpapieraufsicht geliefert haben. Das ca. 350-seitige Handbuch kann deshalb besonders empfohlen werden, da die Perspektive aus der Wirtschaftsprüfung eingestellt wurde, die gerade bei regulierten Intermediären im europäischen Finanzmarktrecht eine besondere Stellung als „verlängerter Arm der Aufsicht“ einnimmt. Vorab ist jedoch wiederum zu beachten, dass das Handbuch – obschon von und für Praktiker verfasst – keinen erschöpfenden Ansatz bietet. Freilich kann auf so knappem Raum das Finanzmarktaufsichtsrecht dieser Tage nicht mehr dargestellt werden. Der Leser darf somit einen gelungenen – aber auch nur einen solchen – Überblick zum Banken- und Wertpapieraufsichtsrecht erwarten. Das Handbuch eignet sich mithin insbesondere für solche Wissenschaftler und Praktiker, die bislang weniger Berührung zur Materie hatten und vor allem einen schnellen, aber intensiven Überblick benötigen. Im Ergebnis wird das Handbuch somit zu einer Art praxisorientiertem Lehrbuch mit zahlreichen Abbildungen, die das Verständnis gerade für den Einstieg in die Materie erleichtern, sowie Vertiefungshinweisen, Tabellen und Übersichten. Für den Wissenschaftler und/oder Praktiker, der mit Finanzmarktrecht weitgehend vertraut ist, eignet sich das Handbuch allenfalls zur schnellen Wiederholung einzelner Themenbereiche oder beispielsweise zur Eruierung der in der Wirtschaftsprüfung favorisierten Modelle und Verfahren.

Im Einzelnen ist das Handbuch in fünf Teile gegliedert. In Teil A erfolgt eine Einführung in die Allfinanzaufsicht (S. 1 ff.), Teil B erläutert die Aufsicht über Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute im Geltungsbereich des KWG (S. 15 ff.) und Teil C widmet sich einer Einführung in die Aufsicht über Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute im Geltungsbereich des ZAG (S. 235 ff.). In Teil D folgt eine Darstellung zur Aufsicht von Wertpapierdienstleistungsunternehmen im Sinne des WpHG (S. 253 ff.), während der letzte Teil E sich der Einführung in die Aufsicht über Kapitalverwaltungsgesellschaft nach dem KAGB (S. 323 ff.) in knapper Form zuwendet. Die Lesbarkeit der einzelnen Kapitel ist hervorragend. Nicht nur durch die klare Sprache und den logischen Aufbau, sondern vor allem durch die sehr konsequente Gliederung der einzelnen Beiträge gewinnt das Handbuch einen erheblichen Mehrwert, auch weil es die Vergleichbarkeit zwischen den regulierten Intermediären ermöglicht. So sind die einzelnen Teile überwiegend nach (I.) den Rechtsgrundlagen, (II.) dem Adressatenkreis und regulierten Aktivitäten, (III.) den Rahmenbedingungen der regulatorischen Anforderungen und (IV.) der Überwachung und Einhaltung des Rechtsrahmens gegliedert. Zahlreiche Übersichtstabellen ermöglichen dabei den schnellen Zugriff in die einzelnen Materien. Dem Buch vorangestellte Verzeichnisse tragen schließlich dazu bei, dass die Auffindbarkeit einzelner Regelungsbereiche innerhalb der Struktur des Buches erleichtert wird.

Mit dem „Auerbach, Banken- und Wertpapieraufsicht“ liegt eine ausgezeichnete Lektüremöglichkeit vor, die den Kraftakt der Darstellung des gesamten Finanzmarktrechts (mit Ausnahme der Versicherungsaufsicht) in nur einem Buch löblich gemeistert hat.