Dienstag, 22. September 2015

Rezension Zivilrecht: Handbuch des Kapitalanlagerechts

Assmann / Schütze, Handbuch des Kapitalanlagerechts, 4. Auflage, C.H. Beck 2015

Von David Eckner, LL.M. (King’s College London)



Mit der vierten Auflage des „Handbuchs des Kapitalanlagerechts“, herausgegeben von Prof. Dr. Heinz-Dieter Assmann, LL.M. und Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf A. Schütze, liegt nunmehr ein aktualisiertes Standardwerk der kapitalanlagerechtlichen Literatur vor. Die seit der dritten Auflage umfassend bearbeitete Neuerscheinung bringt – mit Stand August 2014 – einen höchst aktuellen Klassiker zurück auf die Schreibtische der deutschen Kapitalanlagerechtler. Für letzteres dürften Assmann und Schütze freilich als Wegbegleiter gelten, weshalb allein durch das renommierte Herausgeberduo für das Handbuch des Kapitalanlagerechts kein anderes Urteil als „Prädikat“ gefunden werden kann.

Die Darstellung ist lückenlos, wissenschaftlich fundiert und äußerst praxistauglich. Nach vielen Jahren des Wartens seit der dritten Auflage erfüllen die Herausgeber sowie das zwölfköpfige, ebenso renommierte Autorenteam den gleichen Standard, der durch die Vorauflagen gesetzt wurde, so seither doch die Komplexität des Regelungsbereichs um ein vielfaches zugenommen hat. Diese Bärenaufgabe hat der „Assmann/Schütze“ erneut besonders qualitativ bewältigen können.

In fünf Teilen (und siebenundzwanzig Unterabschnitten) wird das Kapitalanlagerecht im Handbuch seziert. Zunächst werden die rechtlichen Rahmenbedingungen von Kapitalanlagegesellschaften sowohl aus aufsichts- als auch zivilrechtlicher Perspektive dargestellt (1. Teil, S. 1 bis 638), woran sich eine umfangreiche Untersuchung der einzelnen Kapitalanlagegeschäfte (2. Teil, S. 639 bis 1124) anschließt. Ein kurz gehaltener Exkurs zu Anlegerprozessen erfolgt im 3. Teil (S. 1125 bis 1158), während sich der 4. Teil den Fragen des Schutzes von Anlegern bei der Insolvenz von Finanzdienstleistern (S. 1159 bis 1230) zuwendet und der 5. Teil, wie gewohnt, mit der Darstellung der Besteuerung von Kapitalanlagen (S. 1231 bis 1417) abschließt.

Das Handbuch verfolgt einen Ansatz, der einerseits Generalisten befähigt, das Kapitalanlagerecht umfassend zu bewältigen. Andererseits erhalten Experten unverzichtbare Hilfestellungen, gerade bei der Behandlung von Spezialthemen, die ausgewogen, auf den Punkt und unter Berücksichtigung aktuellster Rechtsprechung sowie Literatur dargestellt wird. Im Kapitalanlagerecht – jedenfalls auf nationaler Ebene – kann der „Assmann/Schütze“ als einziges Buch auf dem Schreibtisch bereits hinreichend sein und über alle anderen Darstellung hinaus genügen, da das Handbuch sowohl wissenschaftliche als auch praktische Ansprüche befriedigt. Besonders hervorzuheben ist, dass der „Assmann/Schütze“ – im Vergleich zu anderen Darstellungen des Kapitalanlagerechts – im Besonderen die europäische Regelungsebene würdigt und auf die tägliche Arbeit in der kapitalanlagerechtlichen Praxis transponiert. Damit ist das Handbuch nicht nur besonders aktuell. Es schlägt damit bereits den Weg ein, der in Zukunft unter dem Banner der europäischen Kapitalmarktunion auch in Deutschland gegangen werden muss. Mit zunehmender Europäisierung des Kapitalanlagerechts sind in der vierten Auflage bereits umfassende Grundsteine gelegt. Es lässt hoffen, dass die Leser des „Assmann/Schütze“ in diesem so dynamischen Rechtsbereich nicht erneut so lange auf Aktualisierungen warten müssen.