Montag, 5. Oktober 2015

Rezension Strafrecht: Prüfungswissen Strafprozessrecht


Murmann, Prüfungswissen Strafprozessrecht, 3. Auflage, C.H. Beck 2015

von Ref. iur. Annelie Siemsen, Hamburg



Mit der Neuauflage von „Prüfungswissen Strafprozessrecht“ richtet sich Murmann einmal mehr an Examenskandidaten, um ihnen die wichtigsten Aspekte der StPO verständlich zu machen. Daneben ist das Werk aus der Reihe „Prüfungswissen“ auch für Studenten geeignet, sich auf Klausuren vorzubereiten.

Der Fokus auf die neusten Entwicklungen im Bereich der Strafverfolgung und des Strafverfahrens ermöglicht es dem Anwender, die aktuellen und deshalb prüfungsrelevanten Sachverhalte schnell zu erfassen. Das Urteil des BVerfG zur Verständigung im Strafverfahren vom 19.03.2013 wurde ebenso eingearbeitet wie die examenswichtigen Ergänzungen bezüglich des Falls Edathy und der richterlichen Pflicht zur Belehrung verweigerungsberechtigter Zeugen.

Der Autor legt Wert darauf, die grundlegenden Strukturen und Prinzipien des Strafprozessrechts zu veranschaulichen. Dies gelingt ihm zum einen durch Formalien wie eine anschauliche Strukturierung und ein ansprechendes Layout. Hervorhebungen im Text erleichtern das Auffinden bestimmter Themen und Fragestellungen. Weniger Relevantes wird durch eine kleinere Schriftart gekennzeichnet (siehe beispielsweise in Abschnitt E. I. 1. Rn. 57), so dass auch dem eiligen Leser sofort deutlich wird, welches die wesentlichen Aspekte eines bestimmten Bereichs sind. Außerdem lassen graphische Darstellungen, beispielsweise zum Ablauf des Strafverfahrens (siehe beispielsweise in Abschnitt E. I. 2. Rn. 62), den Leser leicht an Überblick gewinnen. Diese Aufbereitung eignet sich deshalb auch zur Wiederholung beim Lernen. Ebenso werden Abläufe oder Voraussetzungen in übersichtlicher Aufzählungsform dargestellt (siehe beispielsweise in Abschnitt E. II. 1. a. Rn. 68). Zum anderen wird die inhaltliche Vermittlung des Stoffs durch Fallaufgaben vertieft. Die Sachverhalte sind größtenteils BGH- Entscheidungen angelehnt (siehe beispielsweise in Abschnitt D. II. Rn. 38). Eine Falllösung wird nicht immer bereitgestellt, doch erschließen sich die Lösungen relativ leicht mithilfe der allgemeinen Ausführungen zu einem Themengebiet.

Die Prozessmaximen werden zunächst durch eine knappe und überschauliche Darstellung erläutert, um im Anschluss die abstrakten Maximen durch konkrete Anwendungen und Fallbeispiele greifbar zu machen. Der Autor legt außerdem die Ziele des Strafverfahrens, den Ablauf des Verfahrens sowie den Einfluss der EMRK dar. Die Maßnahmen im Ermittlungsverfahren sowie deren Anfechtung unter Einschluss der Rolle des Verteidigers folgen. Im Anschluss werden der Abschluss des Ermittlungsverfahrens, die Klageerzwingung, das Privatklageverfahren sowie die Opportunitätseinstellung thematisiert. Den größten Teil nehmen selbstverständlich die Entscheidungen des Gerichts in der Hauptverhandlung sowie deren Anfechtung ein. Dieser Abschnitt ist gegliedert in die regelmäßig behandelten Problemkreise, so dass die typischen Fragestellungen des Examens abgedeckt werden. Im letzten Abschnitt erfolgt eine Erörterung der Rechtskraft.

Festzuhalten ist, dass sowohl der Strafrechtsfan als auch jeder andere Jurastudent einen Mehrwert aus diesem Buch ziehen kann. Die knappe Darstellung hält sich nicht mit umfangreichen Hintergrundinformationen auf. Dies entspricht dem Anspruch des Autors nach einem kompakten Werk zur Examensvorbereitung, in deren Zeit bekannter Weise eine Komprimierung auf das Wesentliche von Vorteil sein kann.