Montag, 7. Dezember 2015

Rezension Strafrecht: Strafprozessrecht

Putzke / Scheinfeld, Strafprozessrecht, 6. Auflage, C.H. Beck 2015

Von stud. iur. Lara Ruckh, Münster



Prof. Dr. Holm Putzke, LL.M., ist Professor für Strafrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Passau und Mitglied des dortigen Instituts für Rechtsdidaktik. Privatdozent Dr. Jörg Scheinfeld ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Mainz. Die Lektüre verspricht dem aufmerksamen Leser trotz ihrer Kürze ein gutes Bestehen der Ersten Juristischen Staatsprüfung. Die Neuauflage wurde auf den neusten Stand gebracht und berücksichtigt nun insbesondere alle prüfungsrelevanten Entscheidungen, die seit der Vorauflage ergangen sind. Das Werk richtet sich vor allem an Studierende und Referendare, weiterhin aber auch an alle, die bereits erworbenes Wissen in kurzer Zeit auffrischen und festigen wollen.

Bereits die Einführung gibt dem Leser einen guten Überblick, was wesentliche Themen im Strafprozessrecht sind. Demnach gehören zu den Schwerpunkten des Lehrbuchs vorrangig der Gang des Strafverfahrens, die erforderlichen Prozessvoraussetzungen und –maximen, die Rechte und Pflichten der Verfahrensbeteiligten, die Beweismittel und –verwertungsverbote sowie die besonderen Verfahrensarten und Rechtsmittel. Weiterhin macht die Einführung deutlich, wie eine strafprozessrechtliche Aufgabe in der Klausur oder im Examen tatsächlich aussehen könnte. Dies empfinde ich als sehr positiv, denn der Leser hat nun eine konkrete Vorstellung über die zu bearbeitenden Themen und die zu erwartenden Klausuraufgaben.

Bezüglich des Aufbaus des Lehrbuchs haben die Autoren großen Wert darauf gelegt, Probleme erst dort zu behandeln, wo sie im zu bearbeitenden Fall problematisch werden. Im Gegensatz zu üblichen Lehrbüchern listen sie also nicht bloß Inhalte nacheinander auf, sondern sprechen diese erst an der zu diskutierenden Stelle an. Weil es trotzdem noch ausreichend zusammenfassende Übersichten gibt, bewerte ich diesen Aufbau als sehr gelungen, denn so erlernt der Leser die Fähigkeit, Informationen und Detailwissen systematisch an die richtigen Stellen im Gutachten einzuordnen.

Bei Streitfällen orientieren sich die Autoren zwar besonders an der Rechtsprechung, sie unterlassen es aber trotzdem nicht, abweichende Meinungen in Wissenschaft und Praxis in ausreichender Länge darzustellen. Auch dies ist sehr hilfreich, denn so wird sich nicht lange an einzelnen Themen aufgehängt und der Lesefluss nicht gestört.

Positiv hervorzuheben sind schließlich die Lernkontrollfragen am Ende des Werkes, die eine Überprüfung des Lernerfolges möglich machen. Sie helfen, den erlernten Stoff zu festigen und zu wiederholen.

Die Lektüre punktet alles in allem durch seinen schnellen Zugriff auf kompakte, sinnvoll gegliederte Informationen. Durch zahlreiche Fälle, Schemata und Übersichten wird das Lernen besonders effektiv gestaltet. Insgesamt empfehle ich das Buch daher jedem, der sich einen schnellen Überblick über das Strafprozessrecht verschaffen will oder vor wichtigen Prüfungen eine kurzfristige Wiederholung benötigt.