Sonntag, 17. Januar 2016

Rezension Zivilrecht: Einführung in die Vertragsgestaltung

Schmittat, Einführung in die Vertragsgestaltung, 4. Auflage, C.H. Beck 2015

Von Carina Wollenweber, Wirtschaftsjuristin, LL.M., Siegen



Das vorliegende Werk von Schmittat umfasst insgesamt 255 Seiten inklusive Lösungshinweise und Sachregister und ist in zwei Teile untergliedert. Davor befindet sich eine überschaubare Einleitung in die Thematik. Die Arbeitsmethoden des Vertragsjuristen werden in fünf Kapiteln (A – E) vorgestellt, während sich das Instrumentarium des Vertragsjuristen nur über drei Kapitel (A – C) erstreckt. Allerdings liegt der Schwerpunkt auf dem zweiten Teil.

Der erste Teil enthält eine Einführung (A). Danach folgt mit der Sachverhalts- und Willensermittlung (B) die Vorarbeit in Form der Informationsgewinnung. Anschließend erfährt der Leser, wie Gestaltungsmöglichkeiten erkannt und ausgewählt werden können (C). Die unterschiedlichen Denkmethoden des Kautelarjuristen werden vorgestellt (S. 43 – 46, Rn. 57 – 61). Kapitel D widmet sich insbesondere der Unterscheidung von Belehrung und Beratung. Im letzten Kapitel dieses Teils geht der Autor auf die Vertragsformulierung ein (E). Themen sind dabei u.a. die Gliederung und die Sprache.

Der zweite Teil beginnt mit der allgemeinen Vertragstechnik (A). Dabei werden auch Einzelklauseln wie z.B. zur Vertragsstrafe, Schiedsvereinbarung, Schriftform oder die Salvatorische Klausel thematisiert. Kapitel B geht auf das Sicherheits- und Risikodenken der Vertragsjuristen ein. Abschließend beschäftigt sich das letzte Kapitel (C) mit Vertrags- und Regelungsmustern.

Die Einleitung erläutert die zunehmende Wichtigkeit der vorsorgenden Rechtspflege sowie die Vorgehensweise des Werkes. Dabei wird der Leser direkt angesprochen, sodass der Autor eine Verbindung zu diesem aufbauen kann.

Insgesamt existieren acht Aufgaben. Diese werden auf 24 Seiten besprochen und mit Lösungshinweisen versehen. Die Aufgaben dienen jedoch nicht (nur) zur Kontrolle, sondern auch der Weiterführung.

Zusätzlich sind auch 18 Fälle vorhanden, bei denen der Autor zum Mitdenken und -arbeiten auffordert. Die Fälle werden auch geschickt in den Text eingeflochten. So wird die Phasengliederung anhand des zuvor präsentierten Falles erläutert. Auch wird das Gesagte anhand von Beispielen greifbarer gemacht (z.B. S. 37, Rn. 46).

Besonders wichtige Begriffe werden durch Fettdruck hervorgehoben, wodurch der Leser sich gut orientieren kann. Das überschaubare Sachregister hilft dem Leser dennoch, das Gesuchte schnell zu finden. Fälle sowie Anweisungen oder Fragen an den Leser werden durch einen grau hinterlegten Kasten kenntlich gemacht. Bei den Fragen, die der Autor aufwirft, handelt es sich um solche, die sich der Leser auch selbst stellen wird. Die Sprache ist leicht verständlich und der Text sehr gut lesbar und flüssig verfasst.

Innerhalb des Textes wird auf weiterführende Literatur (inklusive Seite und Randnummer) verwiesen (z.B. S. 12, Rn. 12; S. 46, Rn. 61). Demnach sind Fußnoten nicht vorhanden.

Die Verhandlungsführung, welche häufig zumindest rudimentär in Werken zu dieser Thematik behandelt wird, klammert der Autor bewusst aus und verweist stattdessen auf die einschlägige Literatur.

Fazit: Der Autor versteht es, den Stoff dem Leser näher zu bringen. Dabei wird insbesondere Wert darauf gelegt, dass es sich um eine Mischung aus Lehr- und bei Bedarf auch Arbeitsbuch handelt. Lesern, welche sich ausschließlich über die Vertragsgestaltung und nicht auch noch über die Verhandlungsführung informieren möchten, kann das vorliegende Werk uneingeschränkt empfohlen werden.