Montag, 18. Januar 2016

Rezension Zivilrecht: Versicherungswirtschaft

Gondring, Versicherungswirtschaft – Handbuch für Studium und Praxis, 1. Auflage, Vahlen 2015

Von stud. iur. Anne Kiesewalter, Dresden



Seit Juli 2015 ist das neue Handbuch über die Versicherungswirtschaft von Hanspeter Gondring erschienen, das das Zeug zum neuen Standardwerk sowohl für den Studenten als auch für den Praktiker hat. Der Autor ist Studiendekan des Studienzentrums Finanzwirtschaft sowie Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft und Versicherung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, darüber hinaus wissenschaftlicher Leiter der Akademie der Immobilienwirtschaft. Er ist weiterhin Mitherausgeber sowie Wissenschaftlicher Leiter der Zeitschrift für immobilienwirtschaftliche Forschung und Praxis.

Das Werk beschäftigt sich umfassend mit allen Bereichen der Versicherungswirtschaft. Den Einstieg in die Thematik liefert dabei die Geschichte und Entwicklung der Versicherungswirtschaft, gefolgt von ihren Rahmenbedingungen, wo insbesondere ein Schwerpunkt auf dem Versicherungsvertragsrecht liegt. Im dritten Abschnitt wird das Versicherungsunternehmer sowohl unter rechtlichen, buchhalterischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beleuchtet. Die betriebswirtschaftliche Betrachtung wird im folgenden Abschnitt über den Versicherungsbetrieb nochmals vertieft. Abschließend werden die verschiedenen Versicherungsprodukte behandelt. Dabei sind die einzelnen Abschnitte in sich sehr gut strukturiert und bieten so auch für den Einsteiger in die Thematik einen „roten Faden“. Auf insgesamt gut 1000 Seiten bleibt damit keine Frage in Bezug auf die Versicherungswirtschaft unbeantwortet.
Anzumerken ist, dass das Inhaltsverzeichnis sehr ausführlich gestaltet ist und so auch das gezielte Nachschlagen zu bestimmten Themen oder Fragen erleichtert wird, was weiterhin durch das ebenso ausführliche Stichwortverzeichnis ermöglicht wird.

Das Handbuch soll die verschiedenen Teil-Disziplinen der Versicherungswirtschaft nicht nur in der Tiefe, sondern im Zusammenhang mit anderen Teildisziplinen darstellen. Dabei steht neben dem reinen Wissenstransfer auch die Begründung im Mittelpunkt, warum die gegenwärtigen Umstände und Gegebenheiten der Versicherungswirtschaft so sind, wie sie sind.
Trotz der zunächst sehr trocken erscheinenden Materie gelingt es dem Autor durch eine leicht verständliche aber dennoch präzise Sprache dem Leser auch kompliziertere Sachverhalte näher zu bringen. Dies wird nicht zuletzt durch die zahlreichen Graphiken und Tabellen verstärkt.

Aufgrund des strukturierten Aufbaus und dem Umfang der Darstellungen ist es sowohl für den Studenten, der einen Einstieg in die Materie sucht, als auch für fortgeschrittene Studenten und Praktiker zu empfehlen. Für generell an der Versicherungswirtschaft Interessierte mag das Werk jedoch etwas zu wissenschaftlich sein, insbesondere handelt es sich nicht um einen Ratgeber in Sachen Versicherungen.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass Gondrings „Versicherungswirtschaft“ eines der derzeit wohl umfassendsten und vollständigsten Werke auf dem Gebiet ist und auch das Zeug zum zukünftigen Standardwerk hat.