Mittwoch, 10. Februar 2016

Rezension: Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht

Schlüter/ Niehaus/ Schröder, Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht – 25 Klausurfälle mit Musterlösung, 2. Auflage, C.F. Müller 2015

Von stud. jur. Michelle Karrer, Wiesbaden



Auf die Frage nach der optimalen Vorbereitung auf die erste juristische Pflichtfachprüfung bekommt man viele Antworten. Ganz nach dem Prinzip: „Viele Wege führen nach Rom“. Doch in einem Punkt, stimmen fast alle Ratschläge und Tipps überein: Klausuren schreiben. Das Schreiben und Überarbeiten von Klausuren ist nach herrschender Meinung der entscheidende Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Examensvorbereitung. Denn nur durch das stetige Klausurenschreiben kann man sich auf die Komplexität und die Anforderungen, die eine fünfstündige Examensklausur an den Bearbeiter stellt, herantasten und gewöhnen.

Der „Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht – 25 Klausurfälle mit Musterlösung“ von Wilfried Schlüter, Holger Niehaus und Ulrich Jan Schröder ist in 2. Auflage 2015 im C.F. Müller Verlag erschienen. Die Klausursammlung ist viergliedrig aufgebaut. Im ersten Teil werden allgemeine Tipps zum Anfertigen einer Examensklausur in der Staatlichen Pflichtfachprüfung gegeben. Es wird auf die anzuwendende Sprache, den Aufbau einer Meinungsstreitigkeit, die Gliederung sowie die korrekte Schwerpunktsetzung in  der Klausur eingegangen. Der zweite Teil besteht aus neun Klausuren auf Examensniveau im Zivilrecht. Im Anschluss folgen neun Klausuren im Öffentlichen Recht und den Abschluss bilden neun Examensklausuren aus dem Strafrecht.

Die im Examensklausurenkurs bearbeiteten Fälle entsprechen typischen Klausuren aus der ersten Juristischen Pflichtfachprüfung und stammen aus universitären Klausurenkursen oder sind in leicht abgewandelter Form im Ersten Staatsexamen gelaufen. Nach der Sachverhaltsangabe folgt eine ausführliche Gliederung des Falles. Dies erleichtert es einerseits, die eigens entwickelte Lösung mit der ausformulierten Musterlösung zu vergleichen, andererseits kann die Klausur anhand der Gliederung schnell nachvollzogen werden. Die ausformulierte Klausurlösung ist übersichtlich gegliedert und in verständlicher  Sprache gehalten. Somit kann man sich einzelne Problemformulierungen merken und in die eigenen Klausurlösungen übernehmen. Die ausformulierte Lösung ist mit grau hinterlegten Kästen gespickt in welchen der Bearbeiter Tipps gibt. Manchmal wird aufgezeigt wie ehemalige Klausurbearbeiter im Examen oder Klausurenkurs bestimmte Probleme gelöst haben oder wie viele Bearbeiter die Problemkonstellationen lösen konnten. In anderen Kästen werden Alternativen zum dargestellten Lösungsvorschlag aufgezeigt. Den Abschluss bildet jeweils eine Anmerkung des Bearbeiters, welche den Schwierigkeitsgrad der Examensklausur festlegt und die im Klausurenkurs oder Examen erzielte Notenverteilung darstellt.

Der Klausurenkurs ist aufgrund der großen Bandbreite an Examensklausuren optimal zur Vorbereitung auf die Staatliche Pflichtfachprüfung geeignet. Sowohl um ehemalige Klausuren zu lesen und zu überarbeiten, als auch um eigene Klausurlösungen zu entwickeln. Der Klausurenkurs schafft es, ein realitätsnahes Bild von der typischen Examensklausur zu aufzuzeigen und die Anmerkungen der Bearbeiter geben einem einen guten Überblick darüber, wie man im Vergleich zu anderen Bearbeitern stehen würde. Insgesamt ist der Examensklausurenkurs jedem zu empfehlen, der sich auf das erste Staatsexamen vorbereitet.