Sonntag, 14. Februar 2016

Rezension: Kommentar zum Sozialrecht

Knickrehm / Kreikebohm / Waltermann (Hrsg.), Kommentar zum Sozialrecht, 4. Auflage, C.H. Beck 2015

Von RA‘in M. Luise Köhler, Hamburg



Der Kommentar zum Sozialrecht aus der Reihe der Beck´schen Kurz-Kommentare ist das Standardwerk aus der Reihe der Beck-Kommentare und gehört neben dem Palandt und dem Erfurter Kommentar in jede Bibliothek eines mit dem Arbeits- oder Sozialrecht befassten Juristen. Anders als die vorstehenden Kommentare, welche bereits in der 75./16. Auflage erscheinen, ist der Kommentar zum Sozialrecht in seiner erst 4. Auflage - Erstauflage 2009 - ein Jüngling. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird aber auch dieses Werk entsprechend viele Neuauflagen feiern können.

Sämtliche Autoren des Werkes haben sich im Bereich des Sozialrechts in Theorie und Praxis hinlänglich verdient gemacht. So umfasst die Autorenliste - mit drei Ausnahmen - ausschließlich Professoren sowie Richter an Bundes- und Landessozialgerichten.

Das Werk erscheint mit 3.143 Seiten in gewohnter Stärke und fügt sich so in die Reihe der Beck´schen Kurzkommentare nahtlos ein. Die Kommentierung umfasst neben den Sozialgesetzbüchern I bis XII und dem Sozialgerichtsgesetz die folgenden Gesetze:

  • Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 29.04.2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
  • BAföG
  • Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
  • Einkommenssteuergesetz (Kindergeldrecht)
  • UnterhaltsvorschussG
  • Wohngeldgesetz


Die Kommentierung der Gesetze beschränkt sich jeweils auf die wesentlichen Teilbereiche. In vielen Bereichen wird auf eine Sammelkommentierung zurückgegriffen. Nach der üblichen vorangestellten Wiedergabe des Gesetzestextes erfolgt die Kommentierung geordnet und wohlstrukturiert, sodass auch im häufigen Falle der Sammelkommentierung eine Orientierung im Text anhand von Überschriften und pointierten Hervorhebungen der Schlagworte ohne Weiteres möglich ist. Vor umfangreicheren Kommentierungen finden sich Übersichten, welche die gezielte Recherche erleichtert.

In die 4. Neuauflage des Werkes haben alle wichtigen Neuerungen des Sozialrechts Einzug gehalten. So finden das Tarifautonomiestärkungsgesetz, das achtes Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch – Ergänzung personalrechtlicher Bestimmungen -, das GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz, das RV-Leistungsverbesserungsgesetz, das Gesetz zur Anpassung steuerlicher Regelungen an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, das BUK Neuorganisationsgesetz sowie das Kinder- und Jugendhilfeverwaltungsvereinfachungsgesetz Beachtung in der 4. Neuauflage des Kommentars.

Die Kommentierung der einzelnen Paragraphen ist größtenteils sehr ausführlich und bietet dem Praktiker hinreichende Information. Quellennachweise, Rechtsprechung und weiterführende Literaturhinweise sind hinlänglich vorhanden. Sollten daher einmal die Grenzen des Werkes erreicht und eine weitergehende Recherche erforderlich sein, gibt das Werk dem Leser die weiterführende Literatur gleich mit an die Hand. Für die Rechtsberatung im Sozialrecht stellt das Werk gewöhnlichen Falls allerdings ausreichende Informationen zur Verfügung. Insbesondere dann, wenn der Tätigkeitsschwerpunkt nicht explizit auf dem Sozialrecht liegt, dieses aber immer mal wieder aufgegriffen werden muss.

Der K/K/W-Kommentar zum Sozialrecht besticht vor allem durch seine Praxisnähe und den umfassenden Überblick über eine Vielzahl von Themengebieten des Sozialrechts. Das Werk ist aus Sicht des Praktikers daher uneingeschränkt empfehlenswert und gehört zumindest in jede Bibliothek eines Arbeitsrechtlers.