Sonntag, 13. März 2016

Rezension: BGB


Palandt (Hrsg.), Bürgerliches Gesetzbuch, 75. Auflage, C.H. Beck 2016

Von Ref. iur. David Eckner, LL.M. (Kings College London), Düsseldorf



Zum Jahresstart 2016 liegt die 75., neubearbeitete Auflage des „Palandt“ vor. Mit Redaktionsschluss zum 15. Oktober 2015 ist die Standardkommentierung des Bürgerlichen Rechts, wie gewohnt, aktuell. Seit dem Erscheinen der ersten Auflage im Januar 1939 ist der Kommentar zum „Kopfkissen des Juristen“ geworden, in allen Ausbildungsstadien und -bereichen. Hierbei schenkt der Kommentar nicht nur erstklassige und nur für den Geübten entschlüsselbare Inhalte, sondern vor allem Zuversicht und Sicherheit: ein Blick in den „Palandt“ kann nie verkehrt sein, ein Blick in den „Palandt“ verspricht auf der sicheren Seite zu sein, ein Blick in den „Palandt“ ist unverzichtbar. Es steht außer Frage, dass der „Palandt“ zu den wohl meist verkauften Kommentaren der deutschen, rechtswissenschaftlichen Literaturlandschaft gehört. Der Arbeitsplatz eines Juristen ohne den „Palandt“ ist schwerlich vorstellbar, man fühlt sich nackt ohne ihn. Angefangen mit den ersten Berührungen zu anfänglich schwer begreiflichen Abkürzungen bis hin zum unerlässlichen Wegbegleiter: der „Palandt“ ist das Urgestein der BGB-Kommentierungen und in seiner Aktualität und Präzision unübertroffen. Was dem Mediziner sein Stethoskop ist, ist dem Juristen sein „Palandt“: das Werkzeug des beruflichen Alltags.

Bearbeiter der 75. Auflage sind Dr. Peter Bassenge (Vorsitzender Richter am Landgericht Lübeck a.D.), Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Brudermüller (Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe a.D.), Dr. Jürgen Ellenberger (Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof), Dr. Isabell Götz (Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht München), Dr. Christian Grüneberg (Richter am Bundesgerichtshof), Hartwig Sprau (Vizepräsident des Bayerischen Obersten Landesgerichts a.D.), Prof. Dr. Karsten Thorn (Lehrstuhlinhaber an der Bucerius Law School, Hochschule für Rechtswissenschaft in Hamburg), Walter Weidenkaff (Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht München a.D.) und Dr. Dietmar Weidlich (Notar in Roth b. Nürnberg).

Der Lobeshymne auf den „Palandt“, der den Begriff des Standardwerks wohl wie keine andere Publikation verdient, widmete der C.H.Beck Verlag zur 75. Auflage eine Festschrift „Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch“, die mit der Auslieferung des Kommentars als Beilage bereitgestellt wurde. Nach einem Vorwort von Hans Dieter Beck wird der „Palandt“ in fünfzehn Beiträgen besungen. Von juristischen Beiträgen aus den Federn der Palandt-Autoren Ellenberger, Bassenge, Weidlich und Thorn, enthält die Festschrift amüsante Beiträge, wie etwa unter der Rubrik „Von Palandt-Lesern“ den Beitrag „Nicht nur eine Liebeserklärung“ von Friedrich Graf von Westphalen oder in der Rubrik „Vom Hause C.H. Beck“ den biographischen Beitrag „Die Dame mit der Goldwaage – Gertrud Artmaier, Palandt-Lektorin“. Auch die besondere Sprachgebung des Kommentars hat der Palandt-Autor Grüneberg in der Rubrik „Von Palandt-Autoren: Feuilletonistisches“ in dem Beitrag „Palandtsprech – Zu Abkürzungen und Stummelsprache im Palandt“ im Blick. Eine gänzlich ungewöhnliche wie liebevolle Zusammenstellung über den Palandt: auch wenn eine neue Auflage Grund genug für den Kauf ist, weckt die Festschrift zur 75. Auflage erneut den Blick für das wichtigste Buch des Juristendaseins.