Freitag, 11. März 2016

Rezension: Die smarte Stadt

Kaczorowski, Die smarte Stadt, 1. Auflage, Boorberg 2014

Von Dipl.-Kffr. Aleksandra Gaus, Hamburg



Das vorliegende Werk „Die smarte Stadt – Den digital Wandel intelligent gestalten“ trägt als ergänzenden Untertitel die Hinweise „Handlungsfelder. Herausforderungen. Strategien.“. Diese Stichworte deuten die entscheidenden Komponenten der vorliegenden Thematik bereits vorausschauend an.

Der Autor Kaczorowski ist als Strategieberater für digitale Verwaltung und Politik tätig. Seine beruflichen Anfänge leistete Kaczorowski im öffentlichen Dienst. Dabei war er sowohl in Landesverwaltungen als auch bei der EU-Kommission beschäftigt. Anschließend setzte der Autor seine Karriere bei renommierten Unternehmensberatungen fort, bis er sich schließlich selbständig machte. Dieser Kurzlebenslauf erlaubt die Erwartung, dass wir es bei dem zu besprechendem Werk um den Einblick durch einen Experten auf vielen Gebieten handelt.

Neben einer Einführung in Kapitel eins in die Thematik der „Smarten Stadt“ und ihrer Dimensionen, wie beispielsweise die politische, die gesellschaftliche, die technologische, die städteplanerische Dimension etc. (S. 15-26), gliedert sich das Buch in sieben inhaltliche Kapitel. Es schließt mit einer Zusammenfassung, die aus neun Thesen besteht. Diese sind jeweils passend zu jedem der vorhergegangenen Inhalte. Ferner verfügt das Buch über ein hilfreiches Stichwortverzeichnis. Zu den Inhalten:

Das zweite Kapitel (S. 31-36) erlaubt einen Schnelleinstieg mit der Überschrift „Die Zukunft hat schon begonnen“. Es handelt sich um uns allen bekannte und uns alle betreffende Veränderungen im Leben und Arbeiten durch das Internet.

Im dritten Kapitel geht der Autor auf knapp zehn Seiten auf die Herausforderungen der digitalen Entwicklung ein (S. 37 ff.). Unter diesem Gesichtspunkt wird auch der internationale Standortwettbewerb sowie die Innovationsfähigkeit beleuchtet (S. 45 f.) Hier wird ersichtlich, dass der Autor mit von Daten gestützten Aussagen argumentiert sowie einen internationalen Überblick zur Gesamtthematik vermitteln kann.

Das vierte Kapitel „Technologietrend für die smarte Stadt“ (S. 47-66) umschreibt die derzeit bereits klar ersichtlichen Trends des Internets, oder auch solche, die erst zu erahnen sind und deren Auswirkungen auf unsere Welt im vollen Ausmaß sich noch zeigen werden. Hierunter finden wir Umrisse zu Wellen von Basisinnovationen, Ausführungen zu Breitband und Internet, aber auch die Auseinandersetzung mit sozialen Netzwerken u. ä., Big Data Problematiken und nicht zu vergessen, mit der IT-Sicherheit.

Bei dem fünften Kapitel handelt es sich mit über 100 Seiten um das umfangreichste des Buches. Es behandelt die smarten Handlungsfelder (S. 67-178). Dabei geht der Autor auf das nicht zu vernachlässigende Handlungsfeld einer Verwaltung ein. Darunter finden sich daher „Smarte Verwaltung und Politik“ mit u. a. dem Unterthema e-Government (S. S. 72ff.), „Smarte Bildung“, „Smarte Wertschöpfung in einer globalen Wirtschaft“, „Smarte Mobilität“, „Smarte Gesundheit und Pflege“ und „Smarte Energie und Umwelt“. Jedes dieser Unterkapitel schließt mit einem guten Denkanstoß, in dem die Schnittstellen zu anderen Handlungsfeldern beschrieben werden.

Im Kapitel 6, das „Smart City Cockpit“, beschreibt der Autor ein Instrument zur Gesamtsteuerung der zahlreichen digitalen und smarten Möglichkeiten (S. 179-184). Das siebte Kapitel trägt den selbstsprechenden Titel „Einführung und Umsetzung der smarten Stadt – Strategieüberlegungen“ (S. 185-204). Die inhaltlichen Ausführungen finden im achten Kapitel mit der „Kritik am Konzept der ‚smarten Stadt‘“ ihr Ende (S. 205- 210).

Das Buch ist insgesamt in einer gut lesbaren Art geschrieben. Die Ausführungen sind logisch und nachvollziehbar. Viele der Thematiken scheinen zunächst intuitiv, dennoch gelingt es dem Autor sie auf eine treffende Weise und gut auf einander aufbauend zusammenzustellen. Ferner ist bei allen Ausführungen merkbar, dass Kaczorowski beide Welten gut kennt: die der öffentlichen Verwaltung und die der privaten Wirtschaft. So gibt das Werk einen guten Einstieg in das digitale Thema, ein rundes Gesamtbild sowie gut geeignete Vorschläge nicht nur für motivierte Visionäre.