Dienstag, 5. April 2016

Rezension: Besonderes Verwaltungsrecht

Erbguth / Mann / Schubert, Besonderes Verwaltungsrecht, 12. Auflage, C. F. Müller 2015

Von stud. iur. Anne Kiesewalter, Dresden



Das Besondere Verwaltungsrecht umfasst insbesondere das Kommunal-, Bau- sowie Polizei- und Ordnungsrecht. Derzeit gibt es nur ein Werk, dass all diese Teilbereiche kompakt auf knapp 670 Seiten darstellt: Das von Peter J. Tettinger begründete und nunmehr von Wilfried Erbguth, Mathias Schubert (Öffentliches Baurecht) und Thomas Mann (Kommunalrecht, Polizei- und Ordnungsrecht) fortgeführte Lehrbuch aus der Reihe Schwerpunkte Pflichtfach des C. F. Müller-Verlags.

Große Teile dieser Rechtsgebiete werden durch Landesrecht ausgeformt. Auf die Besonderheiten jedes einzelnen Bundeslandes einzugehen, würde die Übersichtlichkeit erschweren und den Rahmen des Werkes sprengen. Aus diesem Grund wird maßgeblich auf die Regelungen der Länder Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bezug genommen und nur auf rechtlich relevante Besonderheiten des übrigen Landesrechts hingewiesen. Aus diesem Grund eignet es sich insbesondere für Studierende in den vertieft dargestellten Ländern. Studierende anderer Bundesländer sollten bei der Benutzung dieses Lehrbuchs besonders intensiv die landesrechtlichen Bestimmungen ihres jeweiligen Landes lesen und gedanklich auf Übereinstimmung mit dem Gelesenen prüfen.

Als Zielgruppe dieses Werkes kommen sowohl Studienanfänger, die sich erstmals in die Materie des Besonderen Verwaltungsrechts einlesen, als auch Fortgeschrittene, die vor dem Examen ihr Wissen nochmals vertiefen wollen, in Betracht. Für Letztere sind insbesondere die im Text kleiner gedruckten Passagen interessant, die vertiefende Probleme und Anwendungsfälle behandeln.

Am Ende jedes Kapitels werden Verständnis- und Wiederholungsfragen gestellt, anhand derer der Studierende das Erlernte überprüfen kann. Weiterhin finden sich zahlreiche Schaubilder, die die komplexeren Sachverhalte graphisch verdeutlichen.

Leider geht die Kompaktheit des Lehrbuchs an manchen Stellen zulasten des Verständnisses, da relevante Probleme nur oberflächlich behandelt werden, wo man sich eine Vertiefung wünschen würde. Dies muss dem Anwender jedoch bewusst sein, wenn er drei große Teilbereiche, die in der Regel jeweils eigene Lehrbücher füllen, in einem Werk gemeinsam dargestellt haben möchte. Als Ausgleich dienen dann die zahlreichen Literatur- und Rechtsprechungshinweise, anhand derer der Interessierte sich selbstständig vertiefende Kenntnisse aneignen kann.

Insgesamt ist dieses Werk allen Studenten ans Herz zu legen, die nach einer übersichtlichen und kompletten Darstellung der examensrelevanten Bereiche des Besonderen Verwaltungsrechts suchen, unabhängig, in welchem Abschnitt des Studiums man sich befindet. Für Praktiker scheint es jedoch weniger geeignet, da die nötige Vertiefung in praxisrelevante Probleme häufig zu kurz kommt.