Montag, 25. April 2016

Rezension: BGB Crashkurs

Timme, BGB Crashkurs, 3. Auflage, C.H. Beck 2015

Von Patricia Popp, LL.B., stud. iur., Wiesbaden



Klein, kompakt, klar so könnte man den BGB Crashkurs von Michael Timme beschreiben. Auf knappen 150 Seiten versucht der Autor dem Leser das Zivilrecht näher zu bringen. Dass es sich hierbei nur um die zivilrechtlichen Grundlagen handeln kann, ist angesichts des Umfangs des kompakten Büchleins nachvollziehbar.

Im Klappentext findet sich zunächst eine Checkliste mit Tipps für eine erfolgreiche Prüfung. Der Autor empfiehlt hier beispielsweise das rechtzeitige Einüben eines Zeitmanagements vor Klausuren oder die Anfertigung einer Skizze bei einem Sachverhalt mit mehreren Personen. Dies mag dem fortgeschrittenen Student zwar zunächst banal erscheinen, kann aber für Prüflinge in den Anfangssemestern eine hilfreiche Stütze sein.

Der Crashkurs beginnt mit einer Einführung in das Zivilrecht und die wichtigsten zivilrechtlichen Begriffe. Diese nimmt fast die Hälfte aller Seiten ein und beinhaltet Grundlegendes wie etwa Darstellungen über die Willenserklärungen, AGB oder die Stellvertretung. Alle anderen Kapitel, wie die Grundzüge des Bereicherungsrechts, die Widerrufsrechte oder die Darstellung über die wichtigsten Schuldverhältnisse werden hingegen in relativ kurzen Abschnitten dargestellt. Die letzten beiden Abschnitte enthalten eine Übersicht über die Grundbegriffe des Handelsrechts sowie einer Einführung in das Gesellschaftsrecht.

Die Abschnitte sind gegliedert und mit zahlreichen Beispielen versehen, die die geschilderten Sachverhalte veranschaulichen. Auch finden sich im Text immer wieder Merkkästen, die mit großen Ausrufezeichen gekennzeichnet sind. Sie enthalten die wichtigsten und zentralsten Informationen, wie etwa die Abgrenzung vom Boten zum Stellvertreter. Die jeweiligen Abschnitte werden wiederum mit einzelnen Checklisten abgerundet. Diese beinhalten kurze Fragen zu dem vorangegangenen Abschnitt an denen der Leser das Erlernte testen kann. Auch besteht die Möglichkeit hinter die richtig beantworteten Fragen ein Häkchen zu setzten, um den eigenen Lernerfolg zu protokollieren.

Inhaltlich sind die Abschnitte entsprechend kurz gehalten. Es wird zwar stets das Wesentliche prägnant und verständlich erläutert. Allerdings wird an manchen Stellen nur darauf verwiesen, dass hier auch andere Meinungen vertreten werden oder die dargestellte Lösung umstritten ist. Dies weist den Leser zumindest daraufhin, an welchen Stellen juristische Uneinigkeiten bestehen und eröffnet die Möglichkeit in anderen (Lehr-)Büchern entsprechende Problemstellungen zu vertiefen.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass der Crashkurs BGB alles bietet, was ein Crashkurs erfordert. Er eignet sich gut für Studenten in den Anfangssemestern, um sich einen ersten Überblick über das Zivilrecht zu verschaffen. Ein richtiges Lehrbuch kann der Crashkurs hingegen nicht ersetzen, diesen Anspruch erhebt er jedoch auch nicht. Das handliche Format ermöglicht ein einfaches Handling und der übersichtliche Aufbau erleichtert das Verständnis über die Grundzüge des Zivilrechts.