Samstag, 16. April 2016

Rezension: VwVfG


Kopp / Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz - VwVfG, 16. Auflage, C.H. Beck 2015

Von Ref. iur. David Eckner, LL.M. (Kings College London), Düsseldorf



Im ausgehenden Jahr 2015 erschien nunmehr in 16. Auflage der von Prof. Dr. Ferdinand O. Kopp begründete und von Prof. Dr. Ulrich Ramsauer fortgeführte Kommentar zum Verwaltungsverfahrensgesetz in der Reihe der Gelben Erläuterungsbücher bei C.H. Beck. Ramsauer, der inzwischen als Of Counsel am Hamburger Standort für die Kanzlei GÖRG im öffentlichen Wirtschaftsrecht tätig ist, bearbeitet seit nunmehr fünfzehn Jahren das Verwaltungsverfahrensgesetz.

Seit der ersten Auflage aus dem Jahr 1976 ist das Verwaltungsrecht durch zahlreiche Novellen, auch und vor allem durch europäisches Recht, geprägt. Dies zeigt sich nicht zuletzt durch die Systematik des Kommentars. Der Kommentierung der einzelnen Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes ist nunmehr eine Einführung vorangestellt, die nicht mehr nur das nationale Verfahrensrecht adressiert, sondern zugleich das europäische Verwaltungsverfahrensrecht und dessen Einfluss auf die nationale Rechtsordnung erläutert. Freilich ist schon seit der Bearbeitung von Ramsauer der Kommentar an Umfang sukzessive gewachsen. Den Worten des Vorworts kann aus hiesiger Sicht bei alledem nur zugestimmt werden und zwar insoweit, als dass der Kommentar einem Anliegen stets treu geblieben ist: der Orientierung an der Praxis.

Mitnichten bedeutet ein Praxiskommentar zugleich die Unbrauchbarkeit für die Wissenschaft. Ganz im Gegenteil: durch die bewährte und zielorientierte Darstellung des Kommentars, z. B. durch vorangestellte Schrifttumsübersichten und eine Übersicht zu etwaigen Parallelvorschriften, dient er als eine verlässliche Quelle für jeden in der Sache befassten Wissenschaftler. Dies gilt auch und vor allem für die Prägnanz der Kommentierung. Streitige Aspekte werden nicht durch eine überlagernde Eigenauffassung des Kommentators vernebelt und Gegenansichten bloß in Fußnoten gewürdigt. Vielmehr orientiert sich die Bearbeitung an klaren Standpunkten und verdeutlicht dabei etwaige, in der Sache vertretene Ansichten, die durch makellose Fußnotenapparate zielsicher und einfach zu rekonstruieren sind. Nicht nur aus diesem Grund erklärt sich, warum der „Kopp/Ramsauer“ das – soweit ersichtlich – einzige, zugelassene Werk für die Bearbeitung der Klausuren zum Assessorexamen ist.

Ramsauer legt mit der 16. Auflage seine bekannt und bewährte Kommentierung des Verwaltungsverfahrensgesetzes vor, die wie keine andere Kommentierung das Label „Klassiker“ wohl unstreitig verdient hat. In der rechtswissenschaftlichen Kommentarlandschaft gehört der „Kopp/Ramsauer“ unzweifelhaft in die ‚Hall of Fame’, eine unverzichtbare Bearbeitung des Verwaltungsverfahrensgesetzes.