Freitag, 1. April 2016

Rezension: ZPO

Baumbach / Lauterbach / Albers / Hartmann (Hrsg.), Zivilprozessordnung, 74. Auflage, C.H. Beck 2016

Von Ref. iur. David Eckner, LL.M. (Kings College London), Düsseldorf



Zum September 2015 erschien die 74., völlig neubearbeitete Auflage des „Baumbach/Lauterbach“. Die nunmehr allein von Dr. Dr. Peter Hartmann, Richter am Amtsgericht Lübeck a.D., verfasste Kommentierung zur Zivilprozessordnung ist ohne Zweifel ein Standardwerk des deutschen Zivilprozessrechts. Nicht nur das: als großer Bruder des „Palandt“ (Gottwald, NJW 1992, S. 475) ist der „Baumbach/Lauterbach“ eine Institution der deutschen, rechtswissenschaftlichen Literaturlandschaft, die aufgrund so vieler ausgezeichneter Parameter standardmäßig in den Regalen eines jeden Juristen aufzufinden ist. Insoweit ist der „Baumbach/Lauterbach“ nicht einfach nur zu empfehlen – vielmehr spricht eine Empfehlung des als Band 1 der Beck’schen Kurzkommentare-Reihe vorgesehenen Werkes mit über 90-jähriger Tradition für sich selbst.

Der im Jahr 1924 erstmals unter dem Berliner Verleger Otto Liebmann erschienene Kommentar hat hinsichtlich seiner Prägnanz, immerwährenden Aktualität, Übersichtlichkeit, Praxisnähe und Darstellungsform nichts eingebüßt. Mit einem wuchtigen Umfang von über dreitausend Seiten ist aus der ursprünglichen „Taschenbuchausgabe der neuen Zivilprozeßordnung [...] von 615 Seiten“ (Gottwald, NJW 1992, S. 475) mit der 74. Auflage ein wahrer Großkommentar entstanden. Die 74. Auflage ist auf dem Stand von Ende September 2015. Sie enthält aber bereits den Gesetzesstand – einschließlich der relevanten Kommentierung – von teilweise Anfang 2016.

Gegenüber anderen Kommentierungen der Zivilprozessordnung zeichnet sich der „Baumbach/Lauterbach“ vor allem durch seine Übersichtlichkeit aus, die ein schnelles Auffinden einschlägiger Stellen besonders leicht gestaltet. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die zu den einzelnen Absätzen von Normen eingebauten Beispielsübersichten, die alphabetisch sortierte Schlagworte mit Kurzerläuterungen und Hinweisen zu aktueller und/oder besonders bedeutsamer Rechtsprechung zu erkennen. Dadurch erhalten die jeweiligen Kommentierungen weit überwiegend eine eigene und kohärente Systematik, die man mit Blick auf die rechtsübergreifende Kommentarlandschaft insbesondere und häufig aus Mehrautorenwerken kaum noch gewohnt ist. Es steht insoweit außer Frage, dass der „Baumbach/Lauterbach“ eine unverzichtbare Quelle im Zivilprozessrecht darstellt. Auch wenn der Kommentar für die Assessorexamen weit überwiegend nicht zugelassen ist, dürfte sein Nutzen gerade für den Referendar nicht zu vernachlässigen sein. Durch seine Präzision ist der Kommentar nebst Nachschlagewerk gleichsam treuer Begleiter durch die Systematik und Dogmatik des Zivilprozessrechts.