Montag, 30. Mai 2016

Rezension: Beck'sches Prozessformularbuch


Mes (Herausgeber), Beck’sches Prozessformularbuch, 13. Auflage, C.H. Beck 2016

Von RA Dr. Tobias Hermann, Hamburg



Das Beck´sche Prozessformularbuch liefert auch knapp drei Jahre nach Erscheinen der Vorauflage auf rund 2.800 Seiten die in der Praxis wichtigsten Muster zu diversen Verfahrensarten, vom Zivilprozess (Teil I. A.: Mandatsverhältnis, Mahnverfahren, Prozesskostenhilfe, Klageerhebung, Klageerwiderung, Zustellung, Fristen und Termine, Versäumnisverfahren/Entscheidung nach Lage der Akten, Beweisverfahren u.a.) bis hin zur Verfassungsbeschwerde und dem zunehmend bedeutsamen Rechtsschutz vor den Europäischen Gerichten (EuGH, EGMR). Über die Darstellung der verschiedenen Verfahren vor dem Zivil-, Sozial- oder Arbeitsgericht hinaus werden über 25 einzelne Rechtsmaterien dargestellt und dabei das Medizin- und Produkthaftungsrecht sowie Klagen vor dem EGMR neu aufgenommen. Sämtliche Formulare sind mit den gewohnt hilfreichen Anmerkungen versehen, die eine Einordnung in den Gesamtkontext ermöglichen. Die Formulare können neuerdings auch über die Internetseite des Verlages heruntergeladen werden. Das Werk stellt sich daher als eine Mischung aus Handbuch und Kommentar dar.

Für das Dezernat des Verfassers von besonderer Relevanz ist das Wettbewerbsrecht in Teil II. P., das von Rechtsanwältin Götz aus München bearbeitet wurde. Hier werden der Beginn des Verfahrens mit einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung, dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung wegen irreführender geschäftlicher Handlungen und das Abschlussschreiben anschaulich dargestellt, darunter auch Anmerkungen zu zahlreichen Einzelfragen wie z.B. der Kostenerstattungspflicht des Abgemahnten nach § 12 I 2 UWG. Die Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel in Teilen des UWG konnten dabei leider nicht mehr berücksichtigt werden. Ebenfalls nützlich sind die Ausführungen zum Presserecht in Teil II. R. mit den verschiedenen Rechtsschutzmöglichkeiten von der Unterlassung bis zur Gegendarstellung.

Das Prozessformularbuch kann ohne weiteres als Meisterwerk bezeichnet werden, das neben dem Palandt zur unverzichtbaren Grundausstattung einer jeden Anwaltskanzlei gehören sollte. Unter dem Strich bekommt der Praktiker hier für 135 Euro 800 aktuelle Muster, darunter 50 gegenüber der Vorauflage völlig neue. Aufgrund der zunehmenden Spezialisierung des Rechts stellt das Prozessformularbuch eine wertvolle Arbeitshilfe dar, die dem Rechtsanwender den notwendigen Grundstock an die Hand gibt; im Einzelfall erforderliche Anpassungen sind dabei selbstverständlich unumgänglich. Gerade Berufseinsteiger dürften mit diesem Werk das erlernte Wissen besser umsetzen können, da es eine gezielte Recherche z.B. zur genauen Formulierung eines Antrages oder dem Aufbau eines bestimmten Schriftsatzes ermöglicht. Die Arbeit in der forensischen Praxis sollte damit deutlich erleichtert werden.