Samstag, 21. Mai 2016

Rezension: Drogen und Straßenverkehr

Hettenbach / Kalus / Möller / Pießkalla / Uhle, Drogen und Straßenverkehr, 3. Auflage, Anwaltverlag 2016

Von RA, FA für Verkehrsrecht, FA für Strafrecht Christian Janeczek, Dresden



In nunmehr dritter Auflage ist das Werk von Hettenbach / Kalus / Möller / Pießkalla / Uhle "Drogen und Straßenverkehr" erschienen. Die Autoren besprechen sowohl die straf- und ordnungswidrigkeitenrechtlichen Probleme als auch die verwaltungsrechtlichen Probleme disziplinübergreifend. Die Autoren Michael Hettenbach und Dr. Michael Pießkalla betrachten den juristischen Bereich aus Sicht des Rechtsanwalts. Volker Kalus beschäftigt sich im Rahmen des Werkes als Diplomverwaltungswirt und Leiter der Führerscheinstelle bei der Fahrerlaubnisbehörde Ludwigshafen mit dem verwaltungsrechtlichen Teil, insbesondere auch aus Sicht der Fahrerlaubnisbehörde. Prof. Dr. Manfred R. Möller, welcher Professor an der Universität des Saarlandes im Bereich der forensischen Toxikologie ist, beschäftigt sich darum natürlich mit der rechtsmedizinischen Betrachtung, während Axel Uhle als Fachpsychologe für Psychologie die psychologischen Aspekte von fahrauffälligen Verkehrsteilnehmern behandelt.

Bereits diese disziplinübergreifende Autorenschaft macht deutlich, dass vorliegend ein komplexes Werk in seiner 3. Auflage geschaffen worden ist, das dem Leser über die angesprochenen Probleme einen vollumfänglichen Überblick über die Materie verschafft. Immerhin werden hier dem Leser auf 750 Seiten sämtliche Probleme im Zusammenhang von Dogen und Straßenverkehr im Bereich des Verwaltungsrechts sowie auch im Bereich des Straf- / Ordnungswidrigkeitenrechts geliefert. Dabei wird nachvollziehbar zunächst mit dem Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht begonnen und sodann mit dem Verwaltungsrecht fortgesetzt. Hiernach schließt sich die Begutachtung drogenauffälliger Kraftfahrer an. Sinnvoll erscheint, dass in einem ausführlichen Anhang die wichtigsten Normen im Zusammenhang mit den angesprochenen Thematiken vollumfänglich zitiert werden. Dies vermeidet, dass der Leser neben der Lektüre des Buches noch einen Gesetzestext zusätzlich zur Hand nehmen muss.

Sämtliche Autoren haben sich erfolgreich darum bemüht, eine Sprache anzuwenden, die den Leser nicht überfordert. Dies gilt insbesondere für die rechtsmedizinischen und psychologischen Teile, die zwar durch hochkarätige Spezialisten dieser Materie geschrieben wurden, aber auch den Juristen, der im Bereich der Rechtsmedizin und Psychologie Laie ist, nicht überfordert.

Besonders sinnvoll für den Rechtsanwender erscheint beispielsweise die Übersicht der Rechtsprechung zu der sogenannten "nicht geringen Menge", die in einer ausführlichen Tabellenform sämtliche in der Rechtsprechung bislang behandelten Betäubungsmittel berücksichtigt.

Somit kann das Werk in weiten Teilen als abschließend bezeichnet werden und ermöglicht den Verzicht auf weitere Lektüre im Bereich der behandelten Aspekte.

Sehr erfreulich ist auch die aktuelle Behandlung der sogenannten "legal highs". Die Neuauflage ist damit nicht nur umfangreich, sondern auch topaktuell.

Eine Anregung für eine Neuauflage könnte vorliegend sein, einen weiteren Autor hinzuzuziehen, der sich mit den zivilrechtlichen und insbesondere versicherungsrechtlichen Aspekten von Drogen und Straßenverkehr beschäftigt. Würde dies erfolgen, könnte dann das Werk nahezu sämtliche Probleme im Zusammenhang von Drogen und Straßenverkehr behandeln.

Derjenige, der sich juristisch mit Drogen und Straßenverkehr beschäftigt, wird um die Nutzung dieses Werkes nicht herumkommen. Es gehört in die Handbibliothek eines jeden Verkehrsrechtlers.