Montag, 16. Mai 2016

Rezension: ZPO

Thomas / Putzo, Zivilprozessordnung, Kommentar, 37. Auflage, C.H. Beck 2016

Von ref. iur. Antonia Otto, Hamburg



Beim Thomas/Putzo erübrigt sich eine Einführung in das Werk. Ohne Zweifel handelt es sich um einen der wichtigsten ZPO-Kommentare in der Rechtspraxis. Er wird sich auf dem Schreibtisch eines jedes Zivilrichters oder Rechtsanwalts finden. Für Referendare in allen Bundesländern ist der Thomas/Putzo in den Prüfungsordnungen als Hilfsmittel im Assessorexamen zugelassen.

Das Werk erscheint bereits in der 37. Auflage und ist dabei auf dem Stand vom 15. Februar 2016. Die Neuauflage berücksichtigt ausweislich des Vorworts unter anderem Änderungen des FamFG durch das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbestimmung, des GVG durch das Gesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses und durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz, des EGGVG durch das Gesetz zum Internationalen Erbrecht und zur Änderung von Vorschriften zum Erbschein sowie die Prozesskostenhilfebekanntmachung 2016. Neu aufgenommen wurden das Internationale Erbrechtsverfahrensgesetz sowie die VO (EU) Nr. 6555/2014 zur Einführung eines Verfahrens für einen Europäischen Beschluss zur vorläufigen Kostenpfändung im Hinblick auf die Erleichterung der grenzüberschreitenden Eintreibung von Forderungen in Zivil- und Handelssachen.

In formaler Hinsicht überzeugt das Werk wie gewohnt. Kurze Absätze und fett gedruckte Stichworte erleichtern das Lesen enorm. Auch kommt der Thomas/Putzo – im Gegensatz zu manch anderem Standardwerk im Zivilrecht – ohne schwer entzifferbare Abkürzungen aus. Randnummern und das ausführliche Stichwortverzeichnis am Ende des Werks ermöglichen es, eine gesuchte Kommentierung schnell aufzufinden. Die jeweils unterstrichenen Tenorierungsvorschläge sind für die Praxis und vor allem für Referendare in der Prüfung eine kaum zu überschätzende Hilfe.

Auch inhaltlich ist die Neuauflage unverändert zuverlässig. Alle wesentlichen Aspekte des jeweils kommentierten Paragraphen werden angesprochen und zahlreiche Rechtsprechungs- und Literaturhinweise geben die Möglichkeit zur Vertiefung. Durch seine jährlichen Neuerscheinungen ist das Werk dabei stets auf dem neuesten Stand.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass der Thomas/Putzo auch in der Neuauflage ein unangefochtenes Standardwerk bleiben wird. Gerade auch für Referendare ist es unerlässlich, sich frühzeitig mit der möglichst aktuellen Auflage des Werks vertraut zu machen. Da Zivilklausuren in fast allen Bundesländern den Schwerpunkt der schriftlichen Prüfungen bilden, ist der geübte Umgang ganz entscheidend für ein gutes Gelingen des Examens. Der richtige Umgang mit dem Thomas/Putzo erspart zudem mühsames Auswendiglernen von prozessualen Fragestellungen und den einzelnen Tenorierungen. Schließlich handelt es sich um einen vergleichsweise günstigen Praxiskommentar. Der Preis von 63€ entspricht ungefähr einem Tag beim Repetitor. Die insgesamt 2368 Seiten werden im Examen jedoch einen deutlich größeren Mehrwert bringen.