Dienstag, 7. Juni 2016

Rezension: Klar wie Kloßbrühe


Alff / Däubler, Klar wie Kloßbrühe - Irrwitzige Geschichten aus dem Alltag eines Betriebsrats, 1. Auflage, Bund 2015

Von RAin, FAin für Sozialrecht, FAin für Arbeitsrecht, Annett Bachmann-Heinrich, Dresden



Es ist doch „Klar, wie Kloßbrühe“ bedeutet: Das ist doch  eindeutig und sonnenklar. Ergebnisse, die schon vorhersehbar sind, sind umgangssprachlich „Klar wie Kloßbrühe“. Bei näherer Recherche erfährt man dann, dass die Redewendung aber auch verwand wird, um mitzuteilen, etwas liege im Trüben und sei undurchsichtig, denn Kloßbrühe ist tatsächlich gar nicht klar. Welche der beiden Möglichkeiten des Sprachgebrauches zum Titel des Werkes „Irrwitzige Geschichten aus dem Alltag eines Betriebsrates“ vom Karikaturisten R. Alff in Zusammenarbeit mit dem renommierten Arbeitsrechtler Prof. Däubler geführt haben, bleibt offen.

Bei dem Werk „Klar wie Kloßbrühe“ handelt es sich mittlerweile um den dritten Band der Comic-Serie. Die ersten Bände „Alles in Butter“ und „Mit einer Prise Zucker“ ergänzen die Trilogie. Im 3. Band werden wieder fünf aktuell brisante Themen aus dem Arbeitsrecht unterhaltsam in Form eines Comics dargestellt. Im Einzelnen geht es um die Themen: Geltung eines Anschlusstarifvertrages, Entgrenzung von Arbeit und Freizeit, Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz, GPS-Überwachung und Crowdworking. Die jeweiligen Geschichten werden als Cartoon ansprechend und kurzweilig aufbereitet. Hauptakteure sind der Betriebsrat, die Chefetage, bestehend aus drei Generationen und der beratende Rechtsanwalt. Für die Chefetage scheint dabei stets alles „Klar wie Kloßbrühe“ zu sein, während der Betriebsrat manchmal im Trüben zu fischen scheint. Klärung gibt es dann über die Beratung des Anwaltes. Nicht selten muss auch das Arbeitsgericht bemüht werden. Um den Cartoon arbeitsrechtlich aufzuwerten finden sich bei der Lektüre immer wieder Einblendungen mit der Überschrift „Prof. Däubler sagt“. Hier werden die aus dem Betriebsleben wiedergegebenen Ereignisse rechtswirksam erklärt.

Das Buch bereitet viel Freude beim Lesen und vermittelt arbeitsrechtliche Grundsätze, ohne den Leser dabei mit Fachwissen zu überfrachten. Es erreicht selbstverständlich nicht den gleichen Stellenwert wie ein Kommentar zum Betriebsverfassungsrecht. Die Lektüre kann für Betriebsräte und Juristen, die ihrem tristen Alltag entfliehen möchten, durchaus empfohlen werden.