Freitag, 22. Juli 2016

Rezension: Schuldrecht AT

Wörlen / Metzler-Müller, Schuldrecht AT, 12. Auflage, Vahlen 2015

Von Ass. iur. Mandy Hrube, Hannover



Das Lehrbuch „Schuldrecht AT“ aus der Reihe „Lernen im Dialog“ wurde von Prof. Dr. Rainer Wörlen begründet. Ab 1991 zunächst unter der Mitarbeit von Prof. Dr. Karin Metzler-Müller verfasst, führt diese das Werk nach dem Ableben von Prof. Dr. Rainer Wörlen seit der 10. Auflage fort. In der mittlerweile erschienenen 12. Auflage fand eine Ergänzung um Prüfungsschemata, Übersichten und Lernhinweise statt. Zudem wurden neuere  Gesetzesänderungen wie die Änderungen im Verbrauchervertragsrecht durch das am 13.6.2014 in Kraft getretene Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie vom 20.9.2013 berücksichtigt.

Inhaltlich unterteilt das Lehrbuch das Allgemeine Schuldrecht in 6 Kapitel, die wiederum jeweils erneut weiter untergliedert sind. Begonnen wird mit einem kurzen Einstieg in die „Grundlagen und [den] Regelungsbereich des Schuldrechts“ (Kapitel 1), bevor sich das 2. Kapitel mit der „Begründung von Schuldverhältnissen“ anschließt. Nach einer kurzen Vorbemerkung (I.) werden hier die rechtsgeschäftlichen (vertraglichen) Schuldverhältnisse (II.), die Vertragsfreiheit (III.), Allgemeine Geschäftsbedingungen (IV.), Verbraucherverträge und besondere Vertriebsformen (V.) sowie die gesetzlichen Schuldverhältnisse (VI.) behandelt. Das 3. Kapitel widmet sich sodann dem „Inhalt von Schuldverhältnissen“ und thematisiert dabei u.a. Leistungspflicht, -ort und den Leistungsgegenstand. Im darauffolgenden Kapitel 4 wird sich mit der „Beendigung von Schuldverhältnissen“, namentlich der Erfüllung (I.), der Hinterlegung (II.), der Aufrechnung (III.) und dem Erlass (IV.) auseinandergesetzt. Die „Störungen von Schuldverhältnissen (Leistungsstörungen)“, in dem u.a. der Schuldner- und Gläubigerverzug, die Unmöglichkeit der Leistung, die Schlechterfüllung oder die Pflichtverletzung bei Vertragsschluss thematisiert werden, ist Gegenstand von Kapitel 5. Das 6. und letzte Kapitel befasst sich abschließend mit der „Beteiligung Dritter am Schuldverhältnis“ und geht neben dem Erfüllungsgehilfen, dem vorvertraglichen Schuldverhältnis mit Dritten u.a. auch auf den Vertrag zugunsten Dritter, der Abtretung von Forderungen oder die Schuldübernahme ein.

Das Lehrbuch „Schuldrecht AT“ von Wörlen/Metzler-Müller zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es auf 216 Seiten keine rein monotone Wissensdarstellung, sondern vielmehr eine kommunikative Wissensvermittlung vornimmt, indem der Leser einerseits gezielt an die Hand genommen und durch die Materie geführt wird, dabei andererseits jedoch auch herausgefordert und mit zahlreichen kurzen Fragen stets zum Mitdenken angeregt wird. Die Formulierungen sind klar und die Darstellung insbesondere für Studenten im Anfangssemester gut verständlich, ohne zu überfordern. Dazu trägt auch bei, dass bewusst darauf verzichtet wurde, den Leser mit speziellen juristischen „Problemen“ aus Rechtsprechung und/oder Literatur zu konfrontieren. Angesichts dessen, das es sich hier um ein Einführungswerk handelt, dürfte dies den (meisten) Studenten entgegenkommen. Denn gerade in den Anfangssemestern sollte der Schwerpunkt zunächst auf dem Verständnis für die Materie an sich und deren richtige Anwendung liegen, anstatt schon spezielles Problembewusstsein schaffen zu wollen, wenn es an einer sauberen Beherrschung der Grundlagen noch mangelt.

Neben 26 Übersichten, z.B. zur Entstehung von vertraglichen und gesetzlichen Schuldverhältnissen (S. 54) oder zum Erlöschen von Schuldverhältnissen (S. 89), liefert das Lehrbuch auch 15 verschiedene Prüfungsschemata, wie zum Anspruch des Verbrauchers auf Rückgewähr des geleisteten Entgelts (S. 46) oder zum Schadensersatz statt der Leistung wegen nachträglicher Unmöglichkeit (S. 129). Optisch hervorgehobene Hinweise („Merke“, „Beachte“, „Zur Wiederholung“) rufen dem Leser noch einmal das Wesentliche ins Gedächtnis. Für eine weitere Vertiefung kann auf die empfohlene „Literatur zur Vertiefung“ zurückgegriffen werden. 29 Übungsfälle mit ausformulierten Lösungen ermöglichen zudem auch, die Materie in der konkreten Umsetzung am Fall zu sehen und runden das Gesamtbild dieses Lehrbuches ab.


Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich das Lehrbuch „Schuldrecht AT“ von Wörlen/Metzler-Müller ideal für Studenten eignet, die einen Einstieg in dieses Rechtsgebiet suchen oder eine gezielte Wiederholung der Materie für die Abschlussklausur vornehmen wollen. Zu einem Preis von EUR 19,80 vermittelt es das Allgemeine Schuldrecht - den Ansprüchen der universitären Ausbildung im Anfangssemester entsprechend - umfassend, übersichtlich sowie gut verständlich und ist daher nur zu empfehlen.