Donnerstag, 23. Februar 2017

Rezension: Allgemeines Verwaltungsrecht mit Verwaltungsprozessrecht

Detterbeck, Allgemeines Verwaltungsrecht mit Verwaltungsprozessrecht, 14. Auflage, C. H. Beck 2016

Von Ri’in Christiane Warmbein, Ulm



In nunmehr 14. Auflage ist das Lehrbuch zum Allgemeinen Verwaltungsrecht bereits erschienen und hat sich einen Platz in den Reihe der etablierten Standardwerke erkämpft. Auf knapp 700 Seiten stellt der Autor alles Wissenswerte zum Verwaltungsrecht dar, geht dabei stets ausreichend in die Tiefe, ohne aber sprachlich dem Leser unnötige Höchstleistungen abzuverlangen.

Wie lernt man mit diesem Buch? Zielgruppe sind Studenten in mittleren Semestern, die sich eher auf die großen Scheine im öffentlichen Recht vorbereiten oder eine Seminararbeit zu schreiben haben bis hin zu Referendaren in der Examensvorbereitung. Ich selbst habe mit den allerbesten Vorsätzen tatsächlich eine Vorauflage des Werks von der ersten bis zur letzten Seite gelesen, angestrichen, exzerpiert und Karteikarten angefertigt. Mein Stolz und meine Freude über die viele Arbeit (knapp 700 Seiten!) wurden leider zunichte gemacht, denn eine öffentlich-rechtliche Klausur konnte ich damit nicht erfolgreich schreiben. Lag’s an der Lektüre oder an der Leserin? Wohl an der Kombination. Das Buch ist hervorragend geeignet, um sich vertiefendes Wissen anzueignen,  für mich aber nicht, um die Struktur einer Falllösung zu begreifen, die für eine Klausur jedoch unabdingbar ist. Ein Übungsbuch mit klar strukturierten Falllösungen in Kombination mit Detterbecks Lehrbuch – die Mischung macht’s! Daher auch hier mein Tipp an jeden Studenten: als Nachschlagewerk zu Übungsfällen und für Seminararbeiten ist das Buch unschlagbar, versucht aber bitte nicht, euch damit allein auf eine Klausur vorzubereiten.

Nach diesem Ausflug in die Studienzeit zurück zum Werk. Für die neueste Auflage hat der Autor die Rechtsprechung auf den Stand Januar 2016 gebracht und mehrere Kapitel, beispielsweise zum enteignungsgleichen Eingriff und zum Folgenbeseitigungsanspruch, komplett überarbeitet. Hinsichtlich des Inhalts des Buches hat sich seit der Vorauflage nicht viel verändert, so dass hier auf http://dierezensenten.blogspot.de/2014/10/rezension-offentliches-recht_15.html verwiesen werden darf. Detterbeck deckt alle prüfungsrelevanten Themen des Verwaltungsrechts und Verwaltungsprozessrechts ab, beginnend bei dem Verwaltungsakt und anderen öffentlich-rechtlichen Handlungsformen, über das Recht der öffentlich-rechtlichen Sachen, die Verwaltungsvollstreckung und den Verwaltungsprozess. Insbesondere das Kapitel zum Verwaltungsakt sucht hinsichtlich Vollständigkeit und Tiefe der Darstellung seinesgleichen in der Lehrbuchliteratur. Auch hier darf dem Leser aber ans Herz gelegt werden, das Kapitel in Kombination mit Übungsliteratur durchzuarbeiten, um ein Gespür für die Problemverortung zu erlangen.

Jedes Kapitel folgt dabei einem logischen und leserfreundlichen Aufbau: Detterbeck beginnt stets mit einer kurzen Einführung und umfangreichen Literaturhinweisen, die für Seminar- und Hausarbeiten besonders gewinnbringend sind. Anschließend werden die wichtigsten Begriffe und deren Bedeutungen erklärt. In der Darstellung selbst erklärt der Autor Theoretisches stets durch einen kleinen Beispielsfall und hebt Wichtiges deutlich hervor. Dies und viele Übersichten fördern das Verständnis.


Zusammenfassen lässt sich: Vor dem Hintergrund, welchem Umfang das allgemeine Verwaltungsrecht und Verwaltungsprozessrecht hat, und um welch „schwere Kost“ es sich handelt, hat Detterbeck mit seinem Lehrbuch eine verständliche und vollständige Darstellung geschaffen und sich sehr um Leserfreundlichkeit bemüht. In Kombination mit einem Fallrepetitorium kann es zur Prüfungsvorbereitung gut empfohlen werden.