Sonntag, 5. März 2017

Rezension: Bankrechts-Kommentar



Langenbucher / Bliesener / Spindler, Bankrechts-Kommentar, 2. Auflage, C.H. Beck 2016

Von RA Sebastian Schechinger, LL.M., München



Der vorliegende Bankrechts-Kommentar ist gesetzesübergreifend und hat sich, laut Vorwort, zum Ziel gesetzt, das gesamte Bankrecht abzudecken. Thematisch ordnet er sich somit neben den Kapitalmarktrechts-Kommentar von Schwark/Zimmer (Hrsg.) sowie den von Boos/Fischer/Schulte-Mattler herausgegebenen Kommentar zum KWG und zur CRR-Verordnung ein, welche ebenfalls von dem Verlag C.H. Beck verlegt werden. Herausgegeben wird der Bankrechts-Kommentar von drei Juristen: Prof. Dr. Katja Langenbucher ist Professorin im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt a.M.; Dr. Dirk H. Bliesener, LL.M. ist Rechtsanwalt in einer internationalen Sozietät in Frankfurt a.M.; Prof. Dr. Gerald Spindler ist Professor an der Georg-August-Universität Göttingen. Die Bearbeitung der einzelnen Kommentierungen verteilt sich auf einen breiten Autorenkreis aus Banksyndizi, Rechtsanwälten, Richtern und Universitätsprofessoren, so dass Lehre und Praxis gleichermaßen in dem Werk vertreten sind. Zielgruppe sind vor allem Praktiker, welche einen zügigen Zugriff auf das gesamte Bankrecht suchen.

Der Kommentar erscheint vorliegend in zweiter Auflage und hat im Wesentlichen den Stand von Dezember 2015. Berücksichtigt wurden, neben Rechtsprechungsänderungen, die Änderungen durch die CRD (Richtlinie 2013/36/EU), die CRR (Verordnung (EU) 575/2013), die MiFID II (Richtlinie 2014/65/EU) und die MiFIR (Verordnung (EU) 600/2014) sowie das Honoraranlageberatungsgesetz und Entwicklungen zur Anlageberatung (Quelle: beck-shop.de).

Das Werk ist unterteilt in drei Teile. Der erste Teil wird von Langenbucher herausgegeben und behandelt die Kontoführung und den Zahlungsverkehr. Schwerpunkt dieser elf Kapitel ist der Zahlungsverkehr, welchem zehn Kapitel gewidmet sind. Zum Zahlungsverkehr werden, nach einer Einführung in den Zahlungsdienstleistungsvertrag, die üblichen Zahlungsformen wie Überweisung, Lastschrift und Kreditkartenzahlung erörtert. Aber auch aktuelle Zahlungsverkehrs-Thematiken, wie beispielsweise Online-Banking, Geldkarten und SEPA-Überweisungen werden dargestellt. Behandelt wird auch das Thema Zahlungsverkehr und Insolvenz (9. Kapitel).

Es folgt der zweite Teil, mit den Themen Finanzierung und Kreditsicherheiten; Herausgeber ist hier Bliesener. Dieser Teil (Kapitel 12 – 32) untergliedert sich in vier Untertitel. Der erste Untertitel – dem Darlehensvertrag gewidmet – beginnt mit dem Kreditrecht, behandelt dann die Pflichten aus dem Darlehensvertrag, die Kündigung und schließlich das Verbraucherdarlehensrecht. Es folgen Ausführungen zur Unternehmensfinanzierung im zweiten Untertitel: internationale Konsortialkredite, Schuldverschreibungsgesetz, Leasing, Factoring und Forfaiting, und weiter Außenhandelsfinanzierung, Verbriefung von Bankforderungen, Pfandbriefe und schließlich Kreditderivate. Der dritte Untertitel dieses Teils gilt den Kreditsicherheiten (Kapitel 24 – 32). Nach Grundlagen-Einführung machen hier Immobiliarsicherheiten, Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung und Pfandrechte den Anfang; Personalsicherheiten und Refinanzierungsregister folgen. Die Darstellung schließt, im vierten und somit letzten Untertitel dieses Teils, mit Ausführungen zu der außergerichtlichen Unternehmenssanierung und zu Finanzierungen in der Insolvenz.

Der dritte Teil schließlich, welcher von Spindler herausgegeben wird, ist dem Wertpapier- und Anlagegeschäft gewidmet. Acht Kapitel (Kapitel 33 – 38) hat dieser Teil. Die Ausführungen beginnen mit einer Einführung in die Grundlagen. Es folgen Kapitel zu der Vermögensverwaltung, dem Einlagengeschäft, dem Effektengeschäft und den Finanztermingeschäften. Weiterhin werden Depotrecht, Investmentgeschäft und am Ende schließlich das Emissions- und Konsortialgeschäft behandelt.

Den einzelnen Kapiteln vorangestellt ist jeweils eine Inhaltsübersicht. Ebenso steht vor nahezu sämtlichen Kapiteln eine Übersicht des Schrifttums, was erfreulich ist und, zusätzlich zu den Fußnoten-Apparaten, eine weitere Recherche der zum Teil speziellen Thematiken erleichtert. Die Gliederung ist jederzeit übersichtlich und ermöglicht eine gute Orientierung. Neben zahlreichen Überschriften, finden sich durchwegs fettgedruckte Hervorhebungen von Schlagwörtern. Das Sachverzeichnis ist mit fast 50 Seiten umfassend und verweist direkt auf die Randnummern. Insgesamt umfasst der Kommentar über 2.630 Seiten; zieht man hiervon das Sachverzeichnis ab, ergeben sich etwa 2580 Seiten Inhalt.

Der Kommentar bildet das Bankrecht in seiner ganzen Bandbreite ab. Erfreulicherweise geschieht dies sehr umfassend und es werden neben dem häufig behandelten bankrechtlichen Gebiet des Darlehensrecht auch die anderen bankrechtlichen Gebiete umfassend kommentiert. Mit den Ausführungen zu Zahlungsverkehr und Insolvenz (9. Kapitel) und den beiden Kapiteln zur außergerichtlichen Unternehmenssanierung und zu Finanzierungen in der Insolvenz (Kapitel 31 und 32) werden auch praktisch relevante Schnittstellen zum Sanierungs- bzw. Insolvenzrecht abgearbeitet. Somit eignet sich der Kommentar gleichermaßen für die klassische Anwaltspraxis wie auch gerade für den in der Rechtsabteilung tätigen Praktiker. Erhältlich ist der Bankrechts-Kommentar für 269 Euro.