Mittwoch, 1. März 2017

Rezension: Spitzenklausuren im Assessorexamen

Metz, Spitzenklausuren im Assessorexamen – Sprachliche Strukturen und Grundlagen der Klausurtechnik, 1. Auflage, Eigenverlag 2016

Von Ref. iur. Marie-Beatrice Dewitz, Achim



Das von Dr. Florian Metz verfasste Werk „Spitzenklausuren im Assessorexamen – Sprachliche Strukturen und Grundlagen der Klausurtechnik“ soll den Leser in die Lage versetzen von den Besten zu lernen und die Klausurergebnisse im Assessorexamen zu optimieren. Der methodische Ausgangspunkt des 173 Seiten umfassenden Buches ist dabei die Erkenntnis: „Erfolg hat, wer die Besten kopiert“, wie der Autor auf S. 4 schreibt. Metz‘ Kompetenz auf diesem Gebiet ergibt sich aus seiner Tätigkeit als Richter am Amtsgericht und Arbeitsgemeinschaftsleiter sowie bei „Projekt 10“, wo er Probeexamina und Forschungsprogramme betreut.

Unter „die Besten“ versteht Metz Bundesrichter, deren Sprach- und Schreibtstil eine wesentliche Grundlage für das vorliegende Werk lieferten. Darüber hinaus begleitete er Rechtsreferendare mit hervorragenden Abschlüssen und befragte erfahrene Prüfer zu den maßgeblichen Bewertungskriterien im Zweiten Examen.

Das Werk richtet sich an Referendare zu Beginn des juristischen Vorbereitungsdienstes, die sich zielgerichtet auf die tatsächlichen Prüfungsanforderungen vorbereiten wollen, an Examenskandidaten, die vor dem Assessorexamen stehen und ihre strategische und sprachliche Herangehensweise bei der Bearbeitung von Examensklausuren überprüfen und optimieren wollen sowie an Examenskandidaten im Verbesserungsversuch, die ihre Herangehensweise grundsätzlich überdenken und verändern möchte.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, wobei jeder Abschnitt in Unterpunkte untergliedert ist. Metz widmet sich zunächst den allgemeinen Grundlagen juristischer Textgestaltung. Er setzt sich in diesem Teil intensiv mit argumentativen Sprachstrukturen auseinander und verdeutlicht, was einen guten Sprachstil ausmacht. Im zweiten Teil befasst er sich dann mit Strategien für die Klausurbearbeitung. Der dritte Abschnitt enthält Ausführungen zu sprachlichen Strukturen und Techniken für die Gestaltung des Tatbestandes. Der Autor erläutert hier, wie der Gesamteindruck einer Bearbeitung durch einen gut formulierten Tatbestand deutlich positiver ausfallen kann. Im vierten, und mit 78 Seiten längsten, Teil erörtert Metz sprachliche Strukturen und Techniken für die Gestaltung der Entscheidungsgründe, die als zentrale Bewertungsgrundlage für die Prüfer nicht zu unterschätzen sind.

Besonders gelungen ist, dass Metz nach seinen jeweiligen Ausführungen ein „Fazit fürs Zweite Staatsexamen“ zieht. Dort erörtert er kurz die Bedeutung der vorangegangenen Darstellungen für die Klausurpraxis. Am Ende eines jeden Unterpunktes stellt er nochmal Strukturen und Techniken im Überblick dar. Positiv hervorzuheben ist auch, dass Metz durchweg mit einer Vielzahl von Beispielen arbeitet, die das schnelle und gründliche Verständnis erhöhen.

Bereits im ersten Examen kommen nicht wenige Rechtskandidaten zu der Erkenntnis, dass es von großer Bedeutung ist den Korrektor einer Klausur durch eine stilistisch und sprachlich gute Bearbeitung für sich zu gewinnen. Metz setzt für das zweite Examen genau an dieser Stelle an und verdeutlicht anhand vieler Beispiele, welch positiven Eindruck eine gute Argumentation hinterlässt und versetzt den Leser seines Werkes in die Situation die Techniken selbst anzuwenden.


Der Autor geht zeitweise sehr ins Detail und schlüsselt Sprachtechniken genau auf, was einen gewissen Grad an Konzentration erforderlich macht, sodass das vorliegende Werk nicht als Bettlektüre empfohlen werden kann. Für die Referendare und Examenskandidaten, die dazu bereit sind sich intensiv mit der juristischen Sprache auseinander zu setzen und ihren eigenen Stil in einem derart vorgerückten Ausbildungsstadium zu überdenken, ist Metz‘ Werk hingegen guten Gewissens zu empfehlen.