Sonntag, 16. April 2017

Rezension: Notarhandbuch Gesellschafts- und Unternehmensrecht

Hauschild / Kallrath / Wachter, Notarhandbuch Gesellschafts- und Unternehmensrecht, 2. Auflage, C.H. Beck 2017

Von Richter als Notarvertreter Dr. Christian Schnabel, Schwäbisch Hall



Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch sollte im Bücherregal keines Notars fehlen, der gelegentlich oder auch häufig im Gesellschafts- und Unternehmensrecht tätig ist. Das Werk ist nunmehr nach fünf Jahren in zweiter Auflage erscheinen und die Beiträge sind ausweislich des Vorworts auf dem Stand von August 2016. Es deckt mit seinen knapp 2.000 Seiten alle Bereiche notarieller Tätigkeit in den Rechtsgebieten ab, die sein Titel nennt. Der Preis in Höhe von 219 Euro ist nicht gerade ein Schnäppchen, bewegt sich aber im Rahmen des für Notarhandbücher Üblichen.

Das Handbuch ist in 18 Teile und 36 Paragraphen gegliedert, wobei jeder Paragraph in der Regel von einem oder auch zwei Autoren verantwortet wird. Ausnahmen bilden § 16 (GmbH), dessen Unterabschnitte von insgesamt sieben Autoren stammen, sowie § 17 (Aktiengesellschaft), dessen Unterabschnitte auf fünf Autoren aufgeteilt sind. Diese beiden Paragraphen sind gleichzeitig die umfangreichsten des ganzen Handbuchs, was auch von der Sache her geboten ist, da diese beiden Kapitalgesellschaftsformen in die obligatorische Zuständigkeit des Notars fallen, während bei den Personengesellschaften der Notar nicht vornherein benötigt wird. Die Aufteilung auf insgesamt 39 Autoren – davon allerdings nur eine Autorin – darf als Stärke des Werks betrachtet werden. Den Herausgebern des vorliegenden Handbuchs ist auch zu bescheinigen, dass sich die einzelnen Beiträge des Gesamtwerks auf einem gleichmäßig hohen Niveau befinden. Das schließt nicht aus, dass die einzelnen Autoren einen eigenen Stil pflegen. In erfrischender Weise bringt etwa Lerch seine Auffassungen in § 5 (Anforderungen der Aufsichtsbehörden – Dienstrecht) auf den Punkt.

Neben der aus der Inhaltsübersicht unmittelbar ersichtlichen Gliederung des Handbuchs kann man die einzelnen Abschnitte des Handbuchs einem eher Allgemeinen Teil und einem eher Besonderen Teil zuordnen. Der „Allgemeine Teil“ umfasst in dieser Deutung die ersten 300 Seiten, bestehend aus den ersten fünf Teilen, die jeweils unter den folgenden Überschriften stehen: „Der Notar im Gesellschaftsrecht“, „Die Erwartungshaltung der Mandanten und der sonstigen Beteiligten“, „Rechtsformwahl“, „Registerrecht“ und „Beurkundungsrecht“. Diese Abschnitte eignen sich in besonderer Weise für eine einführende Lektüre in das Rechts- und Tätigkeitsgebiet. Im anschließenden „Besonderen Teil“ finden sich sodann die folgenden Überschriften: „Recht der Personengesellschaften“, „Recht der Kapitalgesellschaften“, „Stille Beteiligungen“, „Konzernrecht“, „Unternehmenskauf“, „Umstrukturierungen“, „Existenz- und Vertretungsnachweise“, „Unternehmensnachfolge“, „Familienrecht“, „Minderjährigenrecht“ „Unternehmen und Unternehmer in der Krise“, „Steuerrecht“ sowie „Kostenrecht“. Diese Abschnitte des Handbuchs wird man eher aus Anlass eines konkreten Falles zu speziellen Fragen konsultieren. Dank des umfangreichen Sachverzeichnisses, das sich über knapp 100 Seiten erstreckt, wird man hier in der Regel schnell fündig.


Als kleiner Kritikpunkt an dem im Übrigen überzeugenden Werk ist zu notieren: Für eine künftige dritte Auflage sollte erwogen werden, die über das Buch verstreuten Formulierungsvorschläge auch auf einer CD oder DVD oder als Download zur Verfügung zu stellen.