Mittwoch, 17. Mai 2017

Rezension: Fälle zum Besonderen Verwaltungsrecht

Muckel, Fälle zum Besonderen Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Vahlen 2016

Von Stud. iur. Klara Wille L.L.B., Wiesbaden



Das Verwaltungsrecht ist Teil des öffentlichen Rechts. Es handelt sich um das Recht der Exekutive, der Staatsverwaltung. Geregelt werden die Rechtsbeziehungen zwischen dem Staat und seinen Bürgern, aber auch die Funktionsweise der Verwaltungsinstitutionen und ihr Verhältnis zueinander. Das Verwaltungsrecht ist in einen allgemeinen und einen besonderen Teil zu unterteilen. Der allgemeine Teil des Verwaltungsrechts legt die Grundlagen und Grundsätze der Verwaltung und ihrer Tätigkeit fest, während das besondere Verwaltungsrecht fachspezifische Rechtsregeln für spezielle Tätigkeiten einzelner Verwaltungszweige aufstellt.

Das juristische Übungsbuch „Fälle zum Besonderen Verwaltungsrecht“ von Stefan Muckel befasst sich insbesondere mit dem Polizei- und Ordnungsrecht, sowie dem Kommunalrecht jeweils mit Bezügen zum Verwaltungsprozessrecht und behandelt die examensrelevanten Probleme dieser Rechtsgebiete. Das Übungsbuch ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1: Polizei- und Ordnungsrecht beinhaltet 21 Fälle und Teil 2: Kommunalrecht beinhaltet7 Fälle.

Zu Beginn eines jeden Falls gibt es einen übersichtlichen, informativen Sachverhalt. Bei manchen Fällen gibt es zusätzliche Fallvarianten oder auch examensrelevante Zusatzfragen. Der Sachverhalt ist oftmals einer Entscheidung nachgebildet. In der dazugehörigen Fußnote werden die relevanten Entscheidungen aufgeführt. Sodann präsentiert Muckel einen Lösungsvorschlag. Begonnen wird dieser mit einer Übersicht zur Schwerpunktsetzung. Die Schwerpunkte sind in materielle und prozessuale Schwerpunkte untergliedert, welche in einem extra grau unterlegten Kasten hinterlegt sind.

Danach beginnt das Gutachten. Innerhalb des Gutachtens wird der Fall ausgiebig besprochen. Die Fußnoten zum Gutachten führen nicht nur relevante Gerichtsentscheidungen mit vergleichbaren Inhalten auf, sondern geben auch landesspezifische Normen wieder, welche an dieser Stelle eine besondere Bedeutung haben. Zudem werden dem Leser weitergehende Informationen in Form von ausführlichen Erweiterungen und hilfreichen Nachschlagwerken zum oben Ausgeführten geboten.

Nach jedem Fallergebnis bietet Muckel auf mehreren Seiten ergänzende Hinweise. Diese beziehen sich in einzelnen Abschnitten auf Problemfelder aus dem Gutachten. Hierdurch werden Wissenslücken, die bei der Ausführung des Gutachtens nicht bearbeitet werden konnten, geschlossen. Die Probleme werden gründlich diskutiert und anhand von entsprechender Literatur und Rechtsprechung belegt. Die vielen Verweise ermöglichen dem Leser die Chance einzelne Rechtsfragen nachzuarbeiten, beziehungsweise das Wissen über spezifische Rechtsgebiete zu vertiefen.

Innerhalb des Gutachtens sind die einzelnen Überschriften fett und größer gedruckt. Dadurch wird das Arbeiten mit dem Übungsbuch enorm übersichtlich und einfach. Wichtige Begriffe werden durch Fettdrucke hervorgehoben.

Zu beachten ist jedoch, dass Muckel Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Universität zu Köln ist und somit die Landesnormen aus Nordrhein-Westfalen verwendet werden. Dies kann zu Beginn etwas irritierend sein, allerdings werden teilweise Normen aus den anderen Bundesländern in den ergänzenden Hinweisen aufgezählt. Folglich ist das Übungsbuch insbesondere juristischen Lesern aus NRW zu empfehlen.


Das Übungsbuch ist besonders Studierenden und Referendaren zu empfehlen, die sich mit einem intensiven Klausurentraining auf examensrelevante Probleme vorbereiten möchten. Durch das Lösen möglichst vieler Fälle kann das abstrakt erlernte Wissen deutlich besser auf den konkreten Klausurenfall angewendet werden. Das juristische Übungsbuch „Fälle zum Besonderen Verwaltungsrecht“ von Muckel ist für jeden geeignet, der mit Hilfe des Werkes das Polizei- und Ordnungsrecht sowie das Kommunalrecht erarbeiten, vertiefen oder auch wiederholen möchte.