Mittwoch, 13. September 2017

Rezension: Internationales Privatrecht

Ring / Olsen-Ring, Internationales Privatrecht, 2. Auflage, C.H. Beck 2017

Von Dipl.-Jur. Marvin Jäschke, Göttingen


Kollisionsrechtliche Fragestellungen gehören unzweifelhaft zu den anspruchsvollsten Fallgestaltungen für jeden Rechtsanwender, ob nun Praktiker oder Student. Gerade mit der voranschreitenden Globalisierung und der gewachsenen Mobilität wird die Frage, wie kollidierende Rechtsordnungen miteinander in Einklang zu bringen sind, immer dringlicher. Dies zeigt sich nicht zuletzt in immer wiederkehrenden legislativen Bemühungen, die versuchen der gesteigerten Bedeutung hinreichend Rechnung zu tragen, und die sich zuletzt in der ab 2019 geltenden Rom IVa/b VOen niederschlagen.

Mit dem Werk „Internationales Privatrecht“ versuchen Prof. Dr. Gerhard Ring und Prof’in. Dr. Line Olsen-Ring (LL.M.) dem Rechtsanwender einen leichten Einstieg in diese schwierige Rechtsmaterie zu bieten. Das 166 Seiten schlanke Werk ist dafür auch in seiner nun schon zweiten Auflage in der bekannten JuraKOMPAKT-Schriftenreihe des C.H. Beck-Verlags erschienen.

Inhaltlich deckt das als „Grundriss“ zu verstehende Werk die wichtigsten Gebiete des Internationalen Privatrechts ab, so etwa das Personen- und allgemeine Vertragsrecht (Kap. 2), das Sachenrecht (Kap. 3) sowie das Erb- und Familienrecht (einschließlich Kindschafts- und Unterhaltsrecht) (Kap. 4, 5). Ebenfalls Berücksichtigung fanden dabei auch die sog. Rom IVa- und Rom IVb-VO, die allerdings beide erst ab 2019 Geltung entfalten werden und den Bereich des Güterstandes von „internationalen“ Ehepaaren bzw. Lebenspartnerschaften regeln. Daneben finden sich auch kurze Ausführungen zum Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Diesen Ausführungen wird ein allgemeines Kapitel vorangestellt, mit dem Lesern ein ausreichendes Wissensfundament bereitet werden soll. Dieses erste „basale“ Kapitel enthält etwa die fundamentale Unterscheidung zwischen Sach- und Kollisionsnorm, Erläuterungen zu den verschiedenen Anknüpfungsmomenten, oder auch Darstellungen zum Gedanken des ordre-public.

(Leider) nicht (mehr) enthalten ist hingegen das sachnahe Internationale Zivilprozessrecht, das zukünftig einem selbstständigen weiteren Werk der Autoren vorbehalten bleiben soll.

Neben Beispielfällen mit Musterlösungen, eingeschobenen Merksätzen und Prüfungsschemata zeichnet sich das Werk dabei durch den einzelnen Kapiteln, aber auch Unterkapiteln vorangestellte Literaturhinweise aus, die eine weitere Vertiefung unterstützen. Damit entspricht es dem gewohnten Bild der JuraKOMPAKT-Schriftenreihe und den Erfordernissen eines Grundrisses. Positiv fällt zudem die fortlaufende Randnummerierung auf, die eine schnelle „Navigation“ innerhalb des Werks erleichtert.

Zu kritisieren sind allenfalls die in den Text integrierten Verweise. Dies mag dem besonders kompakten Format des Werks geschuldet sein, dass keinen gesonderten Fußnotenapparat zulässt, wirkt sich aber immer wieder negativ auf das Textverständnis, bzw. den Lesefluss aus. Allerdings können der sparsame Gebrauch von Verweisen und die „schlanke“ Verweistechnik diese Wirkung teilweise relativieren.

Das Werk „Internationales Privatrecht“ von Prof. Dr. Ring und Prof’in. Dr. Olsen-Ring (LL.M.) bietet dem Einsteiger auf dem Gebiet des Kollisionsrechts einen brauchbaren Leitfaden, um sich in den entsprechenden Gebieten zu orientieren und – wenn nötig – die Grundsätze des IPR anzueignen.