Dienstag, 5. September 2017

Rezension: MüKo BGB Band 5/2: Schuldrecht - Besonderer Teil III/2

MüKo-BGB, Schuldrecht BT III/2, Bd. 5/2, 7. Auflage, C.H. Beck 2017

Von Rechtsanwalt Florian Decker, Saarbrücken



Seit einigen Monaten ist der Beck-Verlag darin begriffen alle Bände des Münchener Großkommentars zum Bürgerlichen Gesetzbuch in erneuerter, mittlerweile siebter Auflage herauszugeben. Zuletzt legt der Verlag nun unter der Ägide von Henssler den oben bezeichneten Band auf.

Dieser befasst sich mit dem Teilbereich des Besonderen Schuldrechts der in den §§ 651a - 704 BGB eine Regelung gefunden hat. Konkret umfasst sind also das Reisevertragsrecht, das Mäklervertragsrecht, die Auslobung, das Auftragsrecht, die Geschäftsbesorgungsverträge und Zahlungsdienste, die Geschäftsführung ohne Auftrag, das Recht der Verwahrung und die Einbringung von Sachen bei Gastwirten.

Die Kommentierung erfolgt in der bewährten und beliebten Vorgehensweise des Münchener Kommentars. Die einzelnen Gesetzesnormen werden zunächst im Text abgebildet, es wird Schrifttum zum betreffenden Thema allgemein angeführt, sodann erfolgt eine inhaltliche Gliederung der Kommentierung in Übersichtsform, daran schließt sich in sauber strukturierter, hinreichend groß geschriebener, von Hervorhebungen und Überschriften durchsetzter Art und Weise die Kommentierung der einzelnen Bestandteile der jeweiligen Norm an. Dabei wird darauf verzichtet, den Text sinnlos mit Quellenverweisen zu zerstückeln, vielmehr greift man auf einen Fußnotenapparat am Ende der Seite zurück. Die Kommentierung ist schnell zu erfassen, angenehm zu lesen und daher gut zu verarbeiten.

Dem Vorwort vom März 2017 ist nicht zu entnehmen, ob bis zu diesem oder zu einem früheren Zeitpunkt neuere Rechtsprechung und Gesetzgebung eingebunden wurde. Daher ist der Rechtsstand der Kommentierung leider nicht ganz sicher festzustellen.

Indes lässt sich inhaltlich feststellen, dass das Werk durchaus aktuell ist. So werden zum Beispiel auch die Regelungen der am 1.1.2016 in Kraft getretenen EU-Pauschalreise-Richtlinie (2015/2302) ab Rn. 54 vor § 651a umfänglich besprochen. Dabei werden zunächst die Regelungen der Richtlinie dargelegt, gewertet und in Kontext gesetzt. Ab Rn. 63a (und ich die Aktualität des Werkes) befasst sich Tonner dann auch mit dem vorliegenden Regierungsentwurf zur Umsetzung in Deutschland. Der aktuellste Fußnotenverweis bezüglich des Gesetzgebungsverfahrens bezieht sich insofern auf die Bundesratsdrucksache 652/16. Diese stammt vom Dezember 2016. Die Bundestagsberatungen aus Januar 2017 finden keine Erwähnung. Es ist daher anzunehmen, dass jedenfalls dieses Kapitel mit Stand Dezember abgeschlossen wurde.

Die Inhalte der geplanten Regelungen werden insoweit schon sehr gut in Kontext gesetzt und verständlich gemacht. Damit ist eine gute Vorbereitung auf das zu erwartende neue Gesetz möglich.

Der Band verfügt über ein eigenes Sachverzeichnis und kann daher (was nicht bei allen Kommentaren der Fall ist) direkt durchsucht werden. So finden sich zum Beispiel auch die Ausführungen zur Pauschalreise-Richtlinie sehr schnell.

Natürlich ist der Einzelpreis für das Werk mit gerade mal 1100 Seiten bei 159 EUR nicht gerade niedrig angesetzt. Wer allerdings in den abgedeckten Rechtsbereichen tätig ist wird ungern auf ein derart detailreiches und (bei Anwälten wie auch in der Richterschaft) überaus angesehenes Kommentarwerk verzichten wollen. Deshalb und wegen der guten inhaltlichen und strukturellen Aufstellung des Werkes hat es sich allemal eine Empfehlung verdient.