Donnerstag, 11. Januar 2018

Rezension: Zwangsvollstreckungsrecht

Heiderhoff / Skamel, Zwangsvollstreckungsrecht, 3. Auflage, C.F. Müller 2017

Von Marius Garnatz, Frankfurt

  
Das Buch „Zwangsvollstreckungsrecht“ von Dr. Bettina Heiderhoff und Dr. Frank Skamel, LL.M (Duke) aus der Reihe „Jura auf den Punkt gebracht“ ist im Juni 2017 in der 3., neu bearbeiteten Auflage vom C.F. Müller Verlag erschienen. Es umfasst 259 Seiten inkl. Sachverzeichnis und ist in 13 Kapitel untergliedert. Diese haben die Verfasser unter sich aufgeteilt, so dass Dr. Bettina Heiderhoff die Kapitel 1 bis 6 und 11 bearbeitet hat und Dr. Frank Skamel die Kapitel 7 bis 10 sowie 12 und 13.

Das Buch richtet sich an Studierende der höheren Semester, die Zwangsvollstreckungsrecht im Schwerpunktbereich vertieft behandeln, sowie Referendare in der Vorbereitung auf das zweite Examen. Die Autoren stellen schon im Vorwort des Buches klar, dass es sich hierbei nicht um eine Gesamtdarstellung des Zwangsvollstreckungsrechts handelt, sondern das Hauptaugenmerk darauf liegt, den Leser auf Klausuren aus diesem Rechtsbereich vorzubereiten.

Die ersten Kapitel (§ 1 Überblick, § 2 Grundsätze des Vollstreckungsverfahrens, § 3 Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung und § 4 Klauselrechtsbehelfe) geben dem Leser einen Überblick über die Grundlagen des Zwangsvollstreckungsrechts und sollten auch von Lesern mit Vorkenntnissen ordentlich durchgearbeitet werden. Hervorzuheben ist schon in diesen ersten Kapiteln die strukturierte Darstellung des Stoffes: Das Wissen wird dem Leser zunächst abstrakt vermittelt und an den passenden Stellen immer wieder durch konkrete Beispiele verdeutlicht, sodass dem Leser deutlich wird, in welchen Klausursituationen das erlernte Wissen vorkommen kann und anzuwenden ist. Insgesamt finden sich 80 dieser Beispiele über das gesamte Lehrbuch verteilt. Ebenfalls sehr hilfreich sind die Übersichten am Ende der jeweiligen Kapitel (z.B. Rn. 65 oder 130) die den Inhalt des vorherigen Kapitels komprimiert zusammenfassen und es ermöglichen, den gerade gelesenen Stoff noch einmal kurz zu wiederholen.

Der mittlere Teil des Buches stellt die klausurrelevantesten Punkte im Rahmen des Zwangsvollstreckungsrechts ausführlich dar (§ 5 Vollstreckungsabwehrklage nach § 767 ZPO, § 6 Titelgegenklage, § 7 Durchführung der Zwangsvollstreckung wegen einer Geldforderung, § 8 Vollstreckungserinnerung nach § 766 ZPO, § 9 Drittwiderspruchsklage nach § 771 ZPO und §10 Klage auf vorzugsweise Befriedigung nach § 805 ZPO). Die Darstellung orientiert sich daran, den Leser auf die Klausursituation optimal vorzubereiten: Bei den dargestellten Klagearten vermittelt das Buch zunächst einen Eindruck von der Zielrichtung der Klage und geht dann wie in der Klausursituation zunächst auf die Zulässigkeit und dann auf die Begründetheit ein. Die bewährte Darstellungsmethode aus den ersten Kapiteln wird hier fortgeführt, sodass der Verfasser mit vielen Beispielen und guten Zusammenfassungen an den jeweiligen Kapitelenden den Lernstoff gut aufnehmen kann.

Zusätzlich arbeiten die Autoren ab Kapitel § 3 auch noch mit kurzen Fällen inkl. Lösungsskizzen in denen möglichst viele der erlernten Probleme vorkommen. Hervorzuheben ist Kapitel § 7 zur Durchführung der Zwangsvollstreckung wegen einer Geldforderung. Hierin wird zunächst die Gesetzessystematik der §§ 803 ff. ZPO dargestellt und dann ausführlich auf die Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen und dann in das unbewegliche Vermögen eingegangen.

In den letzten drei Kapiteln (§ 11 Rechtsschutz nach Beendigung der Zwangsvollstreckung, § 12 Zwangsvollstreckung wegen sonstiger Ansprüche und § 13 Einstweiliger Rechtsschutz) stellen die Autoren dann abschließend gesammelt noch die klausurrelevanten Probleme dar, die in den bisherigen Kapiteln noch keine Erwähnung gefunden haben.

Fazit: Das Buch bietet eine sehr gute Vorbereitung auf eine Klausur im Zwangsvollstreckungsrecht. Es deckt vollumfänglich die Situationen ab, in denen das Zwangsvollstreckungsrecht in eine Klausur einfließen kann, sei es als Schwerpunkt oder als Nebenproblem. Hierzu ist insbesondere die an Klausuren angelehnte Darstellung der Kapitel, aber auch die Schwerpunktsetzung auf das Verständnis der Gesetzessystematik hilfreich. Die vielen Schemata, Beispiele, Fallkonstellationen und Zusammenfassungen helfen dem Leser schon beim ersten Lesen des Buches, aber auch danach, den Stoff sinnvoll zu wiederholen. Die vielen Zusammenfassungen kann der Leser als gutes Skript für die kurzfristige Wiederholung des Stoffes nehmen. Insgesamt ist das Buch allen Examenskandidaten und Studenten im Schwerpunkt sehr zu empfehlen, da es sich auf den hierfür relevanten Stoff beschränkt und diesen kompakt darstellt.