Sonntag, 4. Februar 2018

Rezension: Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht

Schlüter / Niehaus / Schröder, Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht – 25 Klausurfälle mit Musterlösungen, 2. Auflage, C.F. Müller 2015

Von stud. iur. Klara Wille, L.L.B., Wiesbaden

  
Studenten sind häufig mit dem breiten Angebot an Klausurenkursen an ihren Universitäten und privaten Repetitorien überfordert und suchen nach einem gebündelten Angebot, um einen Überblick über das gesamte Prüfungswissen zu erhalten. Die Autoren des „Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht – 25 Klausurfälle mit Musterlösungen“ möchten den Studierenden dabei helfen, nach dem Grundstudium methodisch und stilistisch sicher die Problemfelder der einzelnen Klausuren zu meistern.

Die Sammlung besteht aus insgesamt 25 ausgewählten Examensklausuren, je neun aus dem Zivilrecht und dem Öffentlichen Recht und sieben aus dem Strafrecht. Hiermit führen die Autoren dem Examenskandidaten die thematische Bandbreite und realistische Prüfungswirklichkeit vor Augen. Viele der Klausuren sind bereits in der staatlichen Pflichtfachprüfung oder im Klausurenkurs verschiedener Universitäten erprobt worden und berücksichtigen daher auch typische Problemfelder und Schwierigkeiten.

Die Klausursteller sind junge Wissenschaftler, erfahrene Hochschullehrer und Praktiker aus Justiz und Verwaltung, die teils über jahrzehntelange Erfahrung als Prüfer im Staatsexamen sowie als Dozenten in den universitären Examensvorbereitungskursen verfügen. Der Leser erhält so seine Informationen über die Vielfalt der Aufgabenstellungen, Erwartungshorizonte und die Realität der Examenssituation aus Sicht eines echten Prüfers.

Zu Beginn des Buches befindet sich eine ausgiebige Einleitung, wie man am besten eine Examensklausur in der staatlichen Pflichtfachprüfung anfertigt. Hierbei werden über mehrere Seiten hilfreiche Tipps sowohl zur Erstellung eines Gutachtens, als auch zur Schwerpunktsetzung und zum Sprachgebrauch in einer Examensklausur gegeben.

Die Fallbearbeitung besteht jeweils aus 1-2 Seiten Sachverhalt, einer Gliederung, teilweise Vorüberlegungen zum Fall und einem mehrseitigen Gutachten. Das Klausurgutachten ist vollständig auf dem Niveau der Ersten Juristischen Prüfung im Pflichtfach ausgearbeitet. Graue Kästchen mit zusätzlichen Tipps und Hinweisen, zum Beispiel Hinweise auf die zugrundeliegende Rechtsprechung, oder auch Fehler, die wiederholt im Klausurenkurs gemacht wurden, sollen dem Studenten zeigen, wieso diese bestimmten Formulierungen und Darstellungsweisen gewählt wurden. Zudem gibt der Klausursteller Hinweise, welcher Stoff in Verbindung mit der Ausführung im Gutachten noch in der Pflichtfachprüfung abgefragt werden könnte. Es gibt nur wenige Fußnoten, die nachzuvollziehen sind. Diese belegen nur wichtige, behandelte Problemfelder in Lehrbüchern oder Passagen aus der zugrundeliegenden Rechtsprechung.

Am Ende eines jeden Falles befindet sich eine Anmerkung, welche die Schwerpunkte des Falles noch einmal benennt und Hinweise gibt, wo und wann von wem die Klausur gestellt wurde. Zudem gibt es eine Tabelle, welche die erzielten Ergebnisse darstellt, um dem Leser einen realistischen Eindruck zu vermitteln, welchen Schwierigkeitsgrad und Erwartungshorizont die Klausur hat.

Besonders positiv ist hervorzuheben, dass die Autoren auf lehrbuchartige Ausführungen verzichten, sondern eine tatsächliche Darstellung bieten, wie ein Gutachten im Examen auszusehen hat.

Zielgruppe dieses Examensklausurenkurses sind nur Examenskandidaten, da andere Studenten aus dem Grundstudium von der Ausführlichkeit einer fünfstündigen Klausur verschreckt werden würden.

Das Werk ermöglicht dem Studenten innerhalb eines Buches mit 25 Klausurfällen für einen anständigen Preis die vollständige Bandbreite der Examensvorbereitung zu überblicken. Der Examensklausurenkurs vermittelt einen fundierten Überblick über das notwendige Handwerkszeug eines jeden Examenskandidaten.

Insgesamt ist zu sagen, dass mit dem Examensklausurenkurs im Zivil-, Straf- und Öffentlichen Recht nicht nur die wissenschaftliche Aufarbeitung der Problemfelder gemeistert werden kann, sondern die Examenskandidaten auch eine realitätsnähere Vorstellung der Klausurlösung erhalten.