Montag, 26. Februar 2018

Rezension: Logik für Juristen

Schnapp, Logik für Juristen, 7. Auflage, Vahlen 2016

Von stud. iur. Sebastian Wobst, Leipzig


Das Lehrbuch „Logik für Juristen“ von Friedrich E. Schnapp beschäftigt sich, wie es der Titel bereits aussagt, mit einem wohl grundlegenden Thema der Rechtswissenschaft. Dabei wird besonders Augenmerk auf das richtige Argumentieren sowie das kritische Betrachten von Urteilen gelegt. Zunächst erfolgt jedoch die Einleitung. Diese erfolgt zwar etwas schwierig, wird aber durch einige Beispiele verständlicher. Am Ende der Einleitung wird zusammengefasst was Logik ist, was sie vermag und nicht vermag. Eine sehr gelungene Einleitung nicht nur in dieses Buch, sondern auch in das Thema an sich.

Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit dem Begriff und dem Urteil. Jedes Kapitel wird mit einem passenden Zitat zum Thema eingeleitet. Der Inhalt jedes Kapitels wird mit anschaulichen Beispielen und Schaubildern ausgeschmückt, sodass man einen besseren Bezug zum Gelesenen herstellen kann. So zum Beispiel die Einteilung logischer Urteile, welche auf Kants „Kritik der reinen Vernunft“ zurückgeht. Durch die Darstellung als Übersichtstafel wird diese Einteilung viel verständlicher und wirkt keineswegs unübersichtlich.

Weiterhin wird dem Leser in Kapitel 4 Die Lehre vom Schluss nähergebracht. Hier wird mit den vier obersten Denkgesetzen begonnen, namentlich Satz der Identität, Satz vom Widerspruch, Satz vom ausgeschlossenen Dritten und Satz vom zureichenden Grunde. Jedes dieser Denkgesetze wird ausführlich erklärt und sowohl durch Beispiele als auch anhand von verschiedenen Rechtsnormen nochmals veranschaulicht. Die nächsten beiden Unterkapitel beschäftigen sich mit den Themen mittelbare und unmittelbare Schlüsse. Hier werden einige Schlussregeln, Wahrheitsregeln und Schlussweisen erörtert. Diese werden natürlich wie gehabt anhand vieler Beispiele dem Leser nähergebracht. Ebenfalls werden in diesem Kapitel die Typischen Schlussformen der Rechtswissenschaft wie der Analogieschluss angeführt.

In den letzten beiden Kapiteln wird der Beweis und das fehlerhafte Schließen und Beweisen behandelt. Hier werden die Struktur und die Regeln des Beweises, mit Beispielen aus der BGH-Rechtsprechung, dargestellt. Im letzten Kapitel werden einige Denkfehler angeführt, welchen sicher jeder von uns schon einmal unterlegen ist. Hier werden die Kategorien Verstöße gegen die Folgerichtigkeit und Verstöße gegen die Wahrheit angeführt. Jede Kategorie enthält wiederum eine Vielzahl von Beispielen wie Der Verstoß gegen den Satz vom Widerspruch oder die Voreilige Verallgemeinerung. Auch hier natürlich versucht dem Leser dieses Wissen möglichst einfach anhand von Beispielen zu vermitteln.

Als Fazit lässt sich sagen das der Einstieg in die Materie zwar etwas schwerfällt, dieses Buch ihn jedoch vereinfacht. Schon allein durch die Vielzahl an Beispielen und Schaubildern wirkt der ganze Stoff nicht mehr so erdrückend. Ergänzend kommen noch einige Zitate von berühmten Philosophen hinzu, wodurch das Buch auch gern einmal zum Philosophieren motiviert. Wer einmal das erste Kapitel geschafft hat, wird auch mit Begeisterung die restlichen lesen wollen. Das Buch ist für jeden geeignet der sich für die klare Struktur des juristischen Denkens interessiert, egal ob Student im 1. Semester, Referendar oder bereits praktizierender Rechtsanwalt.