Sonntag, 25. März 2018

Rezension: Englische Rechtssprache

Linhart / Fabry, Englische Rechtssprache, Studien-und Arbeitsbuch, 4. Auflage, C.H. Beck 2017

Von Rechtsanwalt Florian Decker, Saarbrücken

  
Das Werk basiert auf Vorlesungsmaterial, das in den Veranstaltungen Rechtsenglisch I und Rechtsenglisch II an der juristischen Fakultät der Universität Würzburg vor Veröffentlichung der Erstauflage des Buches schon im Einsatz und insoweit erprobt war. Es richtet sich folglich ebenso an Praktiker wie auch an Referendare und Studenten, gleich in welchem Kontext die Fremdsprachenkenntnisse erweitert werden sollen. Die Erstauflage wurde 2007 noch von Linhart alleine veröffentlicht. Seit der zweiten Auflage 2011 ist Fabry als Herausgeber hinzugekommen.

In den Folgeauflagen wurde das Werk jeweils erweitert, wobei man teilweise auf Wünsche der Leser eingegangen ist. In der jetzt vorgelegten vierten Auflage wurde ein Kapitel zum Erbrecht neu eingeführt, das Konzept des trust im gleichen Atemzug näher beleuchtet. Das Konzept der executive order wurde näher besprochen und erläutert. Im familienrechtlichen Bereich hat man die neuesten Haager Konventionen ergänzt. Über diese wesentlichen und großflächigen Ergänzungen hinaus wurde das Buch laut Vorwort auch an mehreren einzelnen Stellen erweitert.

Das Werk ist unterteilt in die Kapitel A. bis O. Es beschäftigt sich der Reihe nach mit allgemeinen juristischen Begriffen, dem Verfassungsrecht, dem Straf- und Strafprozessrecht, dem Recht von Verträgen und Verkäufen, dem Arbeitsrecht, dem Schadensersatzrecht, dem Eigentumsrecht, dem Familienrecht, dem Erbrecht, dem europäischen Recht und dem Zivilverfahrensrecht jeweils in einem eigenen Kapitel. Darauf folgen ein Kapitel unter der Überschrift „deutsches Recht auf Englisch“ sowie eine Abschlussklausur und ein Kapitel mit den Lösungsvorschlägen.

Das Buch ist in der Tat als Arbeitsbuch angelegt und wird dem Sprachstudenten nicht fremd vorkommen. Die Abschnitte beginnen in der Regel mit einem einführenden Text in englischer Sprache, der z.B. in Kapitel A das Rechtssystem in England, Wales und den Vereinigten Staaten grundsätzlich erläutert. Der Text ist jeweils nicht übermäßig lang oder inhaltlich tiefgehend, enthält aber wesentliche Kerninformationen und die entsprechenden Fachtermini. Daran angeschlossen ist eine Vokabelliste, die den Wortschatz aus dem vorstehenden Text aufgreift. Darauf folgt eine Erläuterung der verwendeten Fachterminologie in deutscher Sprache und am Ende des Abschnittes finden wir eine Lernkontrolle, in der etwa die vorher angesprochenen Vokabeln vom Lernenden angewendet werden sollen, indem er eine Liste mit deutschen Begriffen ins Englische übersetzt. In klassischer Arbeitsbuchmanier werden die Übersetzungen dann im Werk selbst eingetragen. Ob man alles richtig gemacht hat, erfährt man dann im Kapitel „O. Lösungsvorschläge“, das alle Lernkontrollen in der Reihenfolge aufgreift, in der sie im Buch vorkommen.

Unter A. III. („Rechtsquellen“) finden wir insoweit Ausführungen zum Exekutivrecht, welches dort im einleitenden, englischen Text in verknappter Lehrbuchmanier erläutert wird. Zunächst wird klargestellt, dass (was aus dem deutschen Recht bekannt ist) es eigentlich nicht die Aufgabe der Exekutive ist, Gesetze zu machen. Allerdings kann im Einzelfall der Exekutive die Gesetzgebungsmacht von der Legislative übertragen werden. In einem eigenen, wenn auch kurzen Absatz wird dann die – schon im Vorwort als „Neuigkeit“ angekündigte - amerikanische Einrichtung der executive order der US Präsidenten angesprochen. Der „gegebene Anlass“ auf den das Vorwort insoweit kryptisch verweist, dürfte die bisher erste Amtszeit des derzeitigen US Präsidenten, Donald Trump, sein, in der die executive order an Bedeutung gewonnen zu haben scheint. Es wird erläutert, dass sich dabei um eine Anweisung des Präsidenten in Richtung der Regierungsbehörden und Beamten handelt, nach denen diese etwas tun oder unterlassen sollen.

Die Darstellungen im Buch, sowohl in englischer Sprache als auch in deutscher Sprache, sind insgesamt sehr verständlich formuliert und strukturiert. Der Aufbau ist durchsichtig und zielführend. Die Hintergründe zur Rechtslage sind so tiefgehend, dass man den zu vermittelnden Wortschatz begreifen kann, ohne das Buch mit zu viel background zu überfrachteten.

Alles in allem ein gelungenes Werk. Für 32,90 € durfte man mit dem Kauf keinen Fehler machen, wenn man sich auf die nächste Prüfung vorzubereiten hat.