Samstag, 14. April 2018

Rezension: Die Zwangsvollstreckungsklausur im Assessorexamen

T. Kaiser / H. Kaiser / J. Kaiser, Die Zwangsvollstreckungsklausur im Assessorexamen, 7. Auflage, Vahlen 2017

Von Rechtsreferendarin Patricia M. Popp, M.A., Darmstadt




In den meisten Bundesländern gehört das Zwangsvollstreckungsrecht mittlerweile zum Pflichtstoff der zweiten juristischen Staatsprüfung. In der Klausur wird dann im Ernstfall zumeist die Prüfung von Rechtsbehelfen oder Rechtsmitteln aus dem Zivilrecht erwartet. Verwunderlich ist es daher nicht, dass sich in der Skripten Reihe von Kaiser inzwischen auch ein Skript zur Zwangsvollstreckung finden lässt.

Der Titel verrät bereits, dass das Skript speziell für die Vorbereitung auf die Klausur im Zwangsvollstreckungsrecht ausgelegt ist. Dementsprechend werden auch die am häufigsten abgeprüften Rechtsbehelfe, wie etwa die Vollstreckungsgegenklage, die Drittwiderspruchsklage oder die Vollstreckungserinnerung thematisiert. Die Aufbauweise der Kapitel ist stetig: Zunächst stellt Kaiser Allgemeines zur Thematik dar, dann das wichtigste Examenswissen und zuletzt ein Prüfungsschema. Die Darstellungen sind kompakt und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Auf die Darstellung ausgedehnter Meinungsstreitigkeiten wird - bewusst - verzichtet, allerdings an der einen oder anderen Stelle hingewiesen, wodurch dem Leser die Möglichkeit zum vertiefteren Selbststudium geboten wird.

Die Darstellungen basieren auf den Auswertungen zahlreicher Originalexamensklausuren. Deshalb sind die Inhalte auch exakt auf den abgeprüften Stoff zugeschnitten. Dies stellt einen großen Vorteil für die Examensvorbereitung dar, da Referendare unmittelbar auf die ausschlaggebenden examensrelevanten Problemstellungen hingewiesen werden und keine Zeit verlieren mit der Aneignung von „unnützem Wissen“.

Die Aufmachung des Skripts ist in DIN A4 gehalten und fügt sich damit in das gewohnte Layout der Skripte von Kaiser ein. Der Fließtext wird meist zu Beginn eines jeden Kapitels von einer grafischen Darstellung unterbrochen und ermöglicht es dem Leser, sich einen ersten Überblick beispielsweise über die Systematik der Einziehungsklage zu verschaffen. Hinweise, Merksätze und Klausurtipps sind in grauen Kästen hinterlegt und fallen daher unmittelbar ins Auge. Als sehr praktisch erweist sich auch der großzügige Rand, der dem Leser viel Platz für weiterführende Anmerkungen und eigene Kommentierungen bietet.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass auch das Skript zur Zwangsvollstreckungsklausur, wie auch die weiteren Skripte aus dem Hause Kaiser, jedem Rechtsreferendar zu empfehlen ist. Das Skript ersetzt nicht das Studium mit einem umfangreichen Lehrbuch - erhebt aber auch nicht diesen Anspruch. In Kombination mit einem entsprechenden Lehrbuch bietet das Skript in jedem Fall eine verlässliche Grundlage für die Klausurvorbereitung und kann guten Gewissens auch zum Auffrischen des zivilrechtlichen Stoffs oder zur „Last Minute“ Klausurvorbereitung herangezogen werden.