Sonntag, 20. Mai 2018

Rezension: Internationales Vertragsrecht

Ferrari u.a., Internationales Vertragsrecht, 3. Auflage, C.H. Beck 2018

Von Rechtsanwalt Florian Decker, Rechtsanwälte Andrae & Simmer, Saarbrücken


Das Werk stellt einen Kommentar zu dem Bereich des internationalen Privatrechts dar, dass sich um Vertragsbeziehungen kümmert und umfasst insofern die Rom I-Verordnung, dass UN-Kaufrecht/CISG, das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR) sowie das Übereinkommen über Internationales Factoring. Das Werk gehört zu den Beck‘schen Kurzkommentaren (erkennbar am grauen Einband) und wurde von einer Reihe, dem „Zivilrechtler“ bestens bekannter Kommentatoren erstellt.

Es ist klar geordnet und in der Reihenfolge der einzelnen Paragraphen der genannten kommentierten Gesetzeswerke aufgebaut. Die gewünschte Norm ist daher schnell gefunden. Auch eine Stichwortsuche ist wie üblich über das umfangreiches Sachverzeichnis am Ende des Werkes möglich. Die einzelnen Normkommentierungen sind aufgebaut, wie von C.H.Beck gewohnt. Man beginnt mit dem Text der Norm, gefolgt von einer Übersicht über das einschlägige Schrifttum und von einem detaillierten Inhaltsverzeichnis und schließt hieran die optischen angenehm aufbereitete, gut lesbare, von Überschriften unterbrochene und durch Hervorhebungen besser überblickbar gemachte Kommentierung selbst an.

In der praktischen Verwendung eingeschränkt ist insofern das Werk seinem Aufbau nach allenfalls dadurch, dass die Überschriftenbildung nicht ganz konsequent durchgeführt wird. So ist zum Beispiel in der Kommentierung zu ROM I-VO Art. 6 nur in einer einzigen Überschrift (Ausnahmen) der Absatz (hier: Absatz 4) der Vorschrift genannt, auf den sich die unter der Überschrift befindliche Kommentierung bezieht. Insofern hätte man auch in anderen Überschriften die bezogenen Absätze nennen können, um es zu ermöglichen, die Definitionen zum gesuchten Tatbestandsmerkmal schneller aufzufinden.

Sind die Erläuterungen indes erst einmal gefunden, so sind sie immerhin sehr gut verständlich gehalten und erscheinen auch inhaltlich vollständig. Es wird eine Vielzahl höchstrichterlicher und instanzgerichtlicher Rechtsprechung und eine wohl noch größere Vielzahl an Literaturfundstellen ausgewertet und verarbeitet.

Wer im grenzüberschreitenden Vertragsrecht tätig ist – und das dürfte heutzutage nahezu jeder Praktiker zu irgendeinem Zeitpunkt in seiner Tätigkeit sein oder werden – der kommt nicht um ein vernünftiges Kommentarwerk zu diesem Rechtsbereich herum. Die Wahl des vorliegenden Werkes dürfte er dann nicht bereuen, wenngleich es mit 245 € für nicht einmal 1800 Seiten in DIN A5 nicht gerade günstig ausgefallen ist.