Donnerstag, 26. Juli 2018

Rezension: Besonderes Verwaltungsrecht

Steiner / Brinktrine, Besonderes Verwaltungsrecht, 9. Auflage, C.F. Müller 2018

Von Christopher Appel, Mainz


Udo Steiner hat zusammen mit Ralf Brinktrine als neuem Mitherausgeber die 9. Auflage des Lehrbuchs zum besonderen Verwaltungsrechts im C.F. Müller Verlag veröffentlicht. Es wurden die neuesten Entwicklungen in der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Wissenschaft eingearbeitet; vor allem im Umwelt-, Polizei- und Baurecht wurde das Werk überarbeitet, sodass sich die 9. Auflage auf dem Stand von November 2017 befindet.

Steiners und Brinktrines Buch macht es sich zur Aufgabe, das Besondere Verwaltungsrecht in seiner Fülle studentengerecht aufzuarbeiten und die wichtigsten und examensrelevanten Themenkomplexe strukturiert darzustellen. Dabei wird auf eine fallbasierte Darstellung der Materie verzichtet, um die Rechtsgebiete grundlegend erfassen zu können.

Die sieben Paragraphen, sprich Kapitel des Lehrbuchs erstrecken sich über gut 950 Seiten. Es reihen sich das Kommunalrecht, das Polizei- und Ordnungsrecht, das Baurecht, das Recht der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere der öffentlichen Straßen und Wege, das Raumordnungs- und Landesplanungsrecht, das Wirtschaftsverwaltungsrecht und das Umweltrecht in dieser Reihenfolge aneinander. Auf die sieben Kapitel folgt ein sehr umfangreiches Stichwortverzeichnis.

Die einzelnen Kapitel sind systematisch aufgebaut: Der Inhalt des Kapitels wird jeweils zu Beginn in einem sehr detaillierten Inhaltsverzeichnis recht übersichtlich dargestellt. Hierbei wird mit einer bereits sehr ausführlichen Einführung in das spezifische Rechtsgebiet begonnen. Nach der Begriffsbestimmung und Darstellung der Grundzüge eines jeden Rechtsgebiets, behandeln die einzelnen Unterkapitel durchweg punktuell und tiefgehend Besonderheiten und Eigenheiten.

Beispielhaft sei hier der Aufbau des Kapitels 2 „Polizei- und Ordnungsrecht“ hervorgehoben. Es gliedert sich in die vier Abschnitte „Einführung in das Polizei- und Ordnungsrecht“, „Materielles Polizei- und Ordnungsrecht“, „Formelles Polizei- und Ordnungsrecht“ und „Entschädigungs- und Ersatzansprüche bei polizeilichem Handeln“. Es gelingt, das komplexe Rechtsgebiet auf den ungefähr 200 Seiten gut verständlich zu erklären.

Zu Anfang der Kapitel ist meist, aufgrund der ausschließlichen Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer, ein Überblick über die von den einzelnen Ländern erlassenen Normen zu finden. Dieser Systematik folgend findet sich zum Ende der Kapitel eine Auflistung der empfohlenen Literatur zum jeweiligen Landesrecht.

Das Buch ist sicherlich, auch aufgrund des umfangreichen Stichwortverzeichnisses, ein gutes Nachschlagewerk. Ein speziell auf das jeweilige Landesrecht zugeschnittene Lehrbuch kann die Besonderheiten und damit unter Umständen auch die Examensrelevanz der einzelnen Teilaspekte der Rechtsgebiete noch präziser darstellen. Empfehlen würde ist das Werk als studienbegleitende- und vertiefende Literatur.