Montag, 9. Juli 2018

Rezension: Urheber- und Urhebervertragsrecht

Schack, Urheber- und Urhebervertragsrecht, 8. Auflage, Mohr Siebeck 2017

Von Dipl. iur. Maren Wöbbeking, Göttingen



Mit der 8. Auflage feiert Haimo Schacks Werk „Urheber- und Urhebervertragsrecht“ sein zwanzigjähriges Jubiläum und beweist wieder einmal, warum es sich bei diesem Klassiker um eines der beliebtesten Lehrbücher im besagten Rechtsgebiet handelt.

Neu im Vergleich zur 2015 erschienenen Vorauflage sind neben der obligatorischen Einarbeitung der umfangreichen Rechtsprechung der letzten Jahre insbesondere die Besprechung des neuen Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) und des Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung sowie die am 1.3.2018 in Kraft getretenen Schranken für Unterricht und Wissenschaft (§§ 60a-60h UrhG).

Der Leser, sei er Student im Schwerpunktbereich oder aber auch ein (angehender) Fachanwalt, wird wie gewohnt mit allen Facetten des Urheber- und Urhebervertragsrechts konfrontiert, die für ein tiefergehendes Verständnis desselben von Nöten sind.

Die Einhaltung des Anspruches, ein umfassendes Lehrbuch zu schaffen, wird hierbei zunächst in einem recht langen Einführungsbereich bewiesen. Im Rahmen dessen werden auch die geschichtliche Entwicklung und etwa das differierende Verständnis vom Urheberrecht in den USA im Hinblick auf die primäre Beachtung der ökonomischen Aspekte und in Europa im Hinblick auf die im Vordergrund stehenden Persönlichkeitsaspekte skizziert.

Sehr gelungen sind in dem Bereich auch die Darstellungen der Interessen der verschiedenen Akteure im Urheberrecht und wie diese teilweise konträr gegeneinander laufen. Für einen erfahrenen Urheberrechtswissenschaftler sicherlich selbstverständliche Erwägungen stellen gerade solche Ausführungen für Studenten sehr hilfreiche Informationen dar, um die Regelungsmaterie insgesamt nachzuvollziehen.

Schacks „Urheber- und Urhebervertragsrecht“ begnügt sich aber insgesamt nicht damit, in lehrbuchcharakterhafter Weise dem Leser beispielsweise den Unterschied zwischen Immaterialgut und Immaterialgüterrecht oder die einzelnen zum Urheberrecht bestehenden Schranken nahe zu bringen. Vielmehr werden einige der Ausführungen sehr wissenschaftlich angegangen und meist in entsprechender Tiefe ausgeführt. Beispielhaft sei die Besprechung der gerade erst in Kraft getretenen Schranken für Unterricht und Wissenschaft heranzuziehen, welche von Schack zwar als übersichtlichere Regelung gelobt, aber auch auf ihre Schwachpunkte untersucht werden, wie etwa die Frage, ob die vom Gesetzgeber zur Vermeidung einer Generalklausel beziehungsweise zur Vermeidung unbestimmter Rechtsbegriffe eingeführte Regelung von festen Prozentsätzen der zulässigen Nutzung, auch tatsächlich die erwünschte Rechtssicherheit bringen wird.

Dem wissenschaftlichen Aspekt treu bleibend, sind auch das Schrifttum und generell die Literaturnachweise umfangreich und im besten Sinne weiterführend. So wird im Schrifttum etwa zwischen allgemeinen Quellen und Quellen zum Internet oder zu soziologischen Aspekten differenziert. Dies macht es interessierten Lesern sehr einfach möglich, Quellen zu finden, um bestimmte Aspekte nachzulesen, die trotz der insgesamt über 700 Seiten aus Platzgründen nur knapp besprochen werden, wie etwa der Auskunftsanspruch aus § 101 UrhG.

Für jemanden, der das immer mehr an Bedeutung gewinnenden Rechtsgebiet des Urheber- und Urhebervertragsrechts nicht nur oberflächlich und knapp, sondern umfassend dargestellt haben möchte, handelt es sich bei diesem Werk zweifelsohne um die beste Wahl unter den aktuell auf dem Markt befindlichen einschlägigen Lehrbüchern.