Freitag, 31. August 2018

Rezension: 50 Fälle zum Unterhaltsrecht

Sitzmann, 50 Fälle zum Unterhaltsrecht, 5. Auflage, Anwaltverlag 2017

Von RAG Dr. Benjamin Krenberger, Landstuhl


Das Fallbuch von Sitzmann, das schon in der Erstauflage 2013 im Blog eine positive Rezeption erfahren hat, ist nunmehr in regelmäßig kurzen Zeitabständen neu aufgelegt worden und erscheint inzwischen im Jahr 2018 in der sechsten Auflage: ein schöner Nachweis des Gelingens für den Autor. Zur Rezension lag die fünfte Auflage aus dem Jahr 2017 vor. Natürlich ist es nicht mehr bei den 50 Fällen geblieben, sondern inzwischen wird in 62 Fällen das Unterhaltsrecht erläutert und das auch schon auf über 600 Seiten. Das Fallbuch ist mithin ein echtes Projekt für Leser und Rechtsanwender, sich mit dem Unterhaltsrecht bis ins Detail zu befassen.

Die Gestaltung des Werks ist gelungen. Der Text ist übersichtlich gegliedert und die Fälle werden durch Rechtsprechungseinschübe, den Abdruck von Normen oder Leitlinien sowie Hinweise ergänzt. Zudem sind eingangs Übersichten enthalten

In insgesamt zwanzig Kapiteln (§) werden verschiedene Konstellationen des Unterhaltsrechts erfasst. Es beginnt mit der Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen Kindern, geht dann über zur Unterhaltspflicht gegenüber volljährigen Kindern, anschließend gegenüber der getrennt lebenden Ehefrau mit und ohne minderjährigen Kindern. Nach einem Kapitel betreffend die Unterhaltspflicht gegenüber der nichtehelichen Kindsmutter samt minderjährigem Kind folgen besondere Konstellationen mit volljährigen Kindern, minderjährigen und volljährigen Kindern, aktueller und geschiedener Ehefrau und das auch noch mit der Beteiligung von Kindern aus erster, zweiter oder beiden Ehen. Ebenfalls erfasst werden die Konkurrenz zwischen nichtehelichem Kind sowie geschiedener Ehefrau mit Kind, nichtehelicher Kindsmutter mit Kind und geschiedener Ehefrau und noch die Komposition aus beiden Konstellationen. Zu guter Letzt kommt auch noch der Drittvater hinzu. Abschließend folgen Fälle zum Elternunterhalt, zum Enkelunterhalt sowie zur Begrenzung von Unterhaltsansprüchen.

Schon die Benennung der Fallvarianten zeigt die Akribie auf, die der Autor bei der Zusammenstellung des Buches aufgewandt haben muss. Besonders gut gefällt dabei die stete Verknüpfung mit prozessualen Aspekten und konkreten Zahlenbeispielen. Auf diese Weise wird der mitunter komplexe Stoff rasch eingängig. Gleichzeitig sorgt die relative Verknappung der Darstellung durch Fälle tatsächlich für Lesespaß, den man bei einer rein textlichen Abhandlung kaum entwickeln würde. Insofern kann das Buch nicht nur Anfängern im Familienrecht mit Nachdruck empfohlen werden, sondern auch schon länger tätige Praktiker werden Varianten finden, die sie gerne noch einmal mit diesem Buch durchdenken möchten. Ein sehr gelungenes Werk.