Donnerstag, 9. August 2018

Rezension: Dr. jur. – Wege zu einer erfolgreichen Promotion

Brandt, Dr. jur. – Wege zu einer erfolgreichen Promotion, 1. Auflage, Nomos 2018

Von Johann v. Pachelbel, Essen

  
Promotionsaspiranten und Doktoranden aufgepasst: Brand hat in diesem kleinen Büchlein (kleines Format, ca. 180 Seiten Text) einen äußerst nützlichen Ratgeber und Begleiter für den Weg zu einer erfolgreichen Promotion verfasst. In vielen kleinen Kapiteln widmet er sich diversen Aspekten einer juristischen Promotion.

Zunächst beschreibt Brandt die Situation und die Herausforderungen für den Jurastudenten, der noch vor dem Beginn einer Doktorarbeit steht und darüber sinniert, ob er diesen Weg einschlagen soll oder nicht. Brandt fasst aus seiner Erfahrung heraus einige typische Hemmnisse auf, die augenscheinlich gegen eine Promotion sprechen könnten, und zeigt Wege auf, diese zu überwinden. Dieser erste Teil ist eine psychologische Stütze für all jene, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Promotion ernsthaft befassen und vielleicht ein wenig eingeschüchtert sind vor der schieren Größe eines solchen Projekts. Der Schreibstil ist einfühlsam und lässt erahnen, dass Brandt schon viele Doktoranden hat kommen und gehen sehen und daher wahrhaftig sinnvolle und substantiierte Tipps geben kann. Er räumt mit gängigen Vorurteilen auf und erklärt zum Beispiel, welcher Anspruch eigentlich konkret an eine Doktorarbeit zu stellen sind, wodurch demjenigen, der von der Promotion innerlich nur deswegen abgehalten wird, weil er glaubt, er könne eine wissenschaftliche Großleistung nicht selbst erbringen, Mut gemacht und aufgezeigt wird, dass auch eine Promotion am Ende keine Raketenwissenschaft ist.

In den darauffolgenden Kapiteln denkt Brandt die gängigen Arbeitsschritte der Promotion durch, klärt Irrtümer auf, zeigt Gefahrenstellen auf und bietet stets eine Verhaltensweise oder Denkweise an, die er als am besten zur Meisterung der jeweiligen Situation sieht. Stationen sind: die Suche nach dem Thema, die Organisation einer geeigneten Betreuung, das Schaffen eines produktiven Arbeitsumfeldes, die Finanzierung, der Einstieg in die wissenschaftliche Bearbeitung, usw. Wichtig ist hierbei, dass Brandt es versteht, nicht nur objektiv Tipps zu geben, sondern durch das Erzählen von Beispielen und seine verständnisvolle Sprache dem Leser Mut zu machen und innere Ängste zu überwinden. Der Rezensent steht selbst am Anfang einer Doktorarbeit und hat nach der Lektüre des vorliegenden Buches gemerkt, wie die Doktorarbeit innerlich weniger bedrohlich und machbarer erschien. Überdies klärt Brandt auch höchst informativ über die tatsächliche Ausgestaltung der Arbeit an der Doktorarbeit auf. Wem ist schon nach dem 1. Staatsexamen bewusst, wie die Arbeit an einer Promotion ist? Dies lernt man von Brandt wirklich gut, wozu auch die Einteilung des Erklärstoffes in viele kleine Kapitel beiträgt.

Auch Promotionsstudenten, die schon fortgeschritten an ihrer Promotion arbeiten, können von der Lektüre des vorliegenden Buches profitieren. Brandt geht auf typische Probleme während der Arbeit an einer Promotion ein. Beispielhaft sei nur genannt: Die Angst vor Konkurrenzprodukten und der Umgang mit ihnen, Schreibblockaden und Tipps zur Verfassung guter Einleitungen und Schlussteile.

Nachdem auch die Schlussphase der Promotion beleuchtet wird, folgt ein Abdruck der Promotionsordnungen aller Rechtsfakultäten in Deutschland. In tabellarischer Form sind dort formale und materielle Voraussetzungen für die Verleihung eines Doktortitels beschrieben.

Alles in allem werden dem noch nicht so gut informierten Promotionsaspiranden hier wertvolle und nützliche Informationen für das Angehen einer Promotion gegeben. So sehr, wie harte Fakten helfen, sind darüber hinaus die psychologischen Stützen von Brandt sehr hilfreich. Promotionsstudenten, die bereits tief in der Bearbeitung der Doktorarbeit stecken, werden nützliche Anleitungen für die Überwindung typische Untiefen der Doktorarbeit finden, sowie auf die Arbeitsschritte nach dem Abschluss des eigentlichen Schreibens vorbereitet. Doktoranden in jedem Stadium empfiehlt der Rezensent das vorliegende Buch ohne Vorbehalte.