Freitag, 5. Oktober 2018

Rezension: Zivilprozessrecht

Gleußner, Zivilprozessrecht, 4. Auflage, C.F. Müller 2018

Von Rechtsreferendarin Klara Wille, L.L.B., Wiesbaden

  
In sämtlichen deutschen Bundesländern werden von den Studierenden Grundkenntnisse des Zivilprozessrechts in der ersten juristischen Staatsprüfung abverlangt. Zwar gibt es keine reine ZPO Klausur, sodass keine Detailkenntnisse erwartet werden, jedoch werden häufig Zusatzfragen zum Prozessrecht gestellt.

Das Lehrbuch „Zivilrecht“ von Irmgard Gleußner stammt aus der JURIQ-Erfolgstraining Reihe. Im Buch befinden sich die für das erste Staatsexamen in der Pflichtfachprüfung relevanten Bereiche des Zivilprozessrechts (Verfahrensgrundsätze, Prozessvoraussetzungen, Arten und Wirkungen von Klagen und gerichtlichen Entscheidungen, Prozessvergleich, vorläufiger Rechtsschutz; Arten und Rechtsbehelfe der Zwangsvollstreckung).

Innerhalb der Einführung wird ein knapper lebensnaher Sachverhalt geschildert. Dieser wird an verschieden Stellen im Buch aufgegriffen, um dem Studierenden die Praxisrelevanz vor Augen zu führen.

Die Aufbauweise der Kapitel ist stetig: Zunächst wird Allgemeines zur Thematik dargestellt, dann anhand des Ausgangsfalls mit verschiedenen Variationen erläutert und zuletzt mit Hilfe eines Prüfungsschemas verdeutlicht. Die Darstellungen sind kompakt und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Zudem ist das Lehrbuch in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben und übersichtlich strukturiert. Folglich sind die Lerninhalte absolut klausurorientiert aufbereitet und bieten ein umfassendes Trainingspaket zur Prüfungsvorbereitung. 

Die Aufmachung des Lehrbuchs ist ein bisschen größer als andere Lehrbücher und fügt sich damit in das gewohnte Layout der Reihe „JURIQ Erfolgstraining“ ein. Häufig wird der Fließtext zu Beginn eines jeden Kapitels von einer grafischen Darstellung unterbrochen, sodass der Leser sich einen ersten Überblick beispielsweise über die Systematik des Versäumnisurteils gegen den Beklagten zu verschaffen kann. Hinweise, Merksätze und Klausurtipps sind in orangen Kästen hinterlegt und fallen daher unmittelbar ins Auge. Vereinzelte Randhinweise deuten den Leser auf extrem aktuelle oder wichtige Probleme hin. Zudem sind besonders relevante Problempunkte durch ein auffallendes Symbol markiert, genauso wie die Definitionen zum Auswendiglernen und Wiederholen. Die im Text integrierten Wiederholungs- und Übungselemente (Online-Wissens-Check und Übungsfälle mit Lösung im Gutachtenstil) gewährleisten den Lernerfolg der Studierenden. Als sehr praktisch erweist sich auch der großzügige Rand, der dem Leser viel Platz für weiterführende Anmerkungen und eigene Kommentierungen bietet.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass das Lehrbuch „Zivilprozessrecht“ von Irmgard Gleußner sowohl für Studienanfänger als auch für Studierende aus höheren Semestern zu empfehlen ist. Das Lehrbuch ist leicht verständlich und lässt sich schnell lesen. Aufgrund der deutlichen Hinweise bei besonders wichtigen Problemen werden diese jedoch nicht überlesen. Als besonderer Bonuspunkt sind die Tipps vom Lerncoach zur Optimieren des eigenen Lernstils anzusehen. Zielgruppe sind Studierende.