Freitag, 30. November 2018

Rezension: Latein für Jurastudierende

Adomeit / Hähnchen, Latein für Jurastudierende, 7. Auflage, C.H. Beck 2018

Von Dr. Carina Wollenweber-Starke, LL.M., Bad Berleburg


Das Werk „Latein für Jurastudierende – Ein Einstieg in das Juristenlatein“ der Autoren Dr. Klaus Adomeit und Dr. Susanne Hähnchen erscheint bereits in der 7. Auflage, wobei dieses bis zur 5. Auflage noch „Latein für Jurastudenten“ hieß.

Insgesamt sind 109 Seiten vorhanden, die sich auf 5 Kapitel aufteilen. Das 1. Kapitel nennt sich „Einstieg in das Juristenlatein“ und umfasst 23 Seiten in 3 Unterkapiteln. Es enthält viele allgemeine Rechtsgrundsätze in Latein sowie deren Übersetzung. Im 2. Kapitel befindet sich der „Anhang: Aus römischer Grammatik“, welcher aus 2 Seiten mit insgesamt 4 Tabellen zur Grammatik besteht: Singular und Plural eines Substantivs mit den 5 Fällen, Pronomen mit den entsprechenden Formen in verschiedenen Zeiten (Präsens, Imperfekt, Perfekt, Futur) und Regeln zu Adjektiven und ihren Steigerungsformen. Kapitel 3 trägt die Überschrift „Kleines ABC römischer Fachbegriffe und Redewendungen“ und ist mit Abstand das längste Kapitel mit ca. 60 Seiten und somit das „Herzstück“ des Werkes mit fast 700 Stichwörtern. In alphabetischer Reihenfolge sind die lateinischen Begriffe in der linken Zeile und deren Bedeutung und z.T. Herkunft in der rechten Zeile niedergeschrieben. Es handelt sich um ein sehr gutes Nachschlagewerk. Bekannte Beispiele werden durch Kursivdruck hervorgehoben (z.B. S. 49: „Haifischfleisch“ und „Walfischfleisch“). Zudem finden sich Verweise zu anderen Wörtern in diesem Verzeichnis. Das 4. Kapitel heißt „Römische Juristen zur Gesetzesauslegung – und auch persönlich vorgestellt!“. Es umfasst 7 Seiten mit auch heute noch gültigen Rechtsgrundsätzen (z.B. S. 90: Analogie). Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie alt diese z.T. schon sind. Bei der Auslegung wird hauptsächlich auf den Wortlaut und den Sinn und Zweck eingegangen. Aber auch die anderen Auslegungsregeln werden kurz thematisiert (S. 94 f.). Das 5. Kapitel „Rechtsregeln und ihre Entwicklung – ein Beispiel“ erstreckt sich auf 13 Seiten. Kernpunkt ist das Prinzip „caveat emptor“ („Der Käufer sei wachsam.“). Das Kapitel beginnt mit dem altrömischen Recht und führt bis zum Produkthaftungsgesetz (S. 103), der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie (S. 104), Schuldrechtsreform (S. 104 f.) und Verbraucherrechterichtlinie (S. 106).

Als Zielgruppe sind sowohl Jurastudierende und Juristen, aber auch Nicht-Juristen, die Interesse an (Juristen)Latein haben, zu nennen. Beim Vorwort handelt es sich um eine „Begrüßungsrede durch einen rechtskundigen römischen Bürger“, sodass das Werk auch humoristisch angereichert und für die Zielgruppe sehr gut geeignet ist.

Lateinische Wörter und Sätze werden immer und in unmittelbarer Nähe übersetzt (z.B. S. 90 ff.). Häufig geschieht dies durch einen grauen Kasten, sodass der Leser sofort darauf aufmerksam wird. Gelegentlich werden besonders wichtige Wörter durch Fettdruck hervorgehoben (z.B. S. 90 ff.).

Mit Hilfe der Fußnoten kann sich der Leser bei Bedarf weitergehend informieren. Neben den Verweisen zu anderen Werken und Urteilen (z.B. S. 9: „Kruzifix-Urteil“) finden sich auch viele allgemeine Erläuterungen (z.B. S. VII). Neben einem Inhalts- und Abkürzungsverzeichnis ist auch eine Literaturauswahl enthalten, welche allerdings nur 1 Seite umfasst. Ein Stichwortverzeichnis sucht der Leser vergeblich. Bei einer Seitenzahl von 109 ist dies aber auch nicht zwingend notwendig. U.a. durch die Angabe des jeweiligen Kapitels in der Kopfzeile findet sich der Leser sehr gut zurecht.

Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um ein Taschenbuch, sodass es sehr handlich ist und überallhin problemlos mitgenommen werden kann. Auch der Preis von 9,90 € ist klein.

Fazit: Das Werk kann jedem empfohlen werden, der lateinische Begriffe verstehen und ggf. selbst verwenden möchte. Zusätzlich enthält es viele Hintergrundinformationen zu deren Ursprung. Bei einem Preis von 9,90 € kann der Leser nichts falsch machen. Insbesondere Kapitel 3 mit dem „Kleinen ABC“ ist besonders gelungen und hilfreich und bietet ein optimales Nachschlagewerk.