Montag, 13. Mai 2019

Rezension: Jugendstrafrecht

Meier / Bannenberg / Höffler, Jugendstrafrecht, 4. Auflage, C.H. Beck 2019

Von RiAG Dr. Alexander Schäfer, Landstuhl


In der Reihe „Grundrisse des Rechts“ erscheint in 4. Auflage das Werk „Jugendstrafrecht“. Im Autorenteam hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Mit Prof. Dr. Bannenberg aus Gießen (ehemalige Assistentin des Werkmitbegründers Prof. Rössner) und Prof. Dr. Höffler aus Göttingen (ehemalige Mitarbeiterin des Werkmitbegründers Prof. Schöch) treten zwei neue Autorinnen mit ausgewiesener universitärer Lehrpraxis die Nachfolge an. Damit ist zugleich etwas Zentrales über die – fortgeführte – Ausrichtung des Werkes gesagt. Es handelt sich nämlich um ein ausgesprochenes Lehrbuch zum Jugendstrafrecht mit seinen kriminologischen und kriminalpolitischen Bezügen, das sich als Begleitbuch zu einer entsprechenden Vorlesung eignet und auch so konzipiert ist. Mit der Umstrukturierung der juristischen Ausbildung vor einigen Jahren und der Stärkung der universitären Wahlfachprüfungen hat das Jugendstrafrecht zumindest bei den strafrechtlich orientierten Studierenden seinen festen Platz gefunden. Mit dem hier besprochenen Werk ist die Erschließung dieses Gebiets bis hin zur Klausurpraxis gut zu bewältigen, denn es wird nicht nur abstrakte Theorie und Paragraphenwerk vermittelt, sondern jeder Abschnitt auch mit Fallbeispielen veranschaulicht.

Der Aufbau folgt der bewährten Abfolge von Grundlagen über Grundsätze, gefolgt vom speziellen Sanktionenrecht des Jugendstrafrechts bis zur Darstellung des Jugendgerichtverfahrens und der Vollstreckung der dort getroffenen Entscheidungen. Besonders wertvoll sind die abschließenden Kapitel (§§ 15, 16) des Werkes, in denen sich zum einen eine ausführliche Examensklausur mit ausformulierter Lösung findet, zum anderen eine Aufstellung von Fragen und Fällen, die Thema in der mündlichen Examensprüfung sein können.

Stellt sich noch die Frage: Hilft es auch dem Praktiker weiter? Auch hier gibt es die Situation, neu in das Gebiet des Jugendstrafrechts gestellt zu sein. Sei es als Berufungsanfänger im Justizdienst, als Anwalt, der - wenn er im Strafrecht tätig ist - recht bald den Bereich des gesicherten Examenswissens wird verlassen müssen, oder als Mitarbeiter der Jugend(gerichts)hilfe. Dann wird man „Grund machen“ müssen. Auf die Fragen was ist Sinn und Zweck des Jugendstrafrechts, wie ist seine Systematik und was seine Maximen kann auch diese Gruppe schnell erschließbare Antworten finden. Konzeptionsbedingt fehlt es für die weitere Befassung dann aber an vertiefenden Hinweisen auf die in der Tat schwer zu systematisierende Rechtsprechung, da Revisionen, die der einheitlichen Anwendung des Rechts dienen, im Jugendstrafrecht nur eingeschränkt zulässig sind.

Damit lässt sich sagen, dass das besprochene Werk vor allem für Studierende aber auch Einsteiger in das Gebiet des Jugendstrafrechts zu empfehlen ist.