Montag, 2. Oktober 2017

Rezension: Klausurenkurs im Familien- und Erbrecht

Benner, Klausurenkurs im Familien- und Erbrecht, 5. Auflage, C.F. Müller 2017

Von Lara Ruckh stud. iur., Münster


Die Autorin des Klausurenkurses im Familien- und Erbrecht, Prof. Dr. Susanne A. Benner, ist nach langjähriger Tätigkeit als Rechtsanwältin (Schwerpunkt im Familien- und Erbrecht) inzwischen Professorin für Familienrecht an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Auch davor hat sie schon langjährige Erfahrung in diversen Lehr- und Prüftätigkeiten gesammelt und veröffentlicht nun schon in 5. Auflage das vorliegende Fall- und Repetitionsbuch.

Neu eingearbeitet ist in dieser Auflage unter anderem das am 30. Juni 2017 beschlossene Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen des gleichen Geschlechts (§ 1353 BGB n.F.).

Der Klausurenkurs richtet sich insbesondere an Jurastudenten in der Vorbereitung auf das erste Staatsexamen. Nichtsdestotrotz können auch bereits Studenten im Bereich der Zwischenprüfung oder eines Schwerpunktes von dem Buch profitieren. Sogar im Referendariat kann der vorliegende Klausurenkurs noch hilfreich sein, da zu einem großen Teil das gängige Verfahrensrecht (FamFG, ZPO, GBO) behandelt wird.

Das Werk zum Familien- und Erbrecht ist Teil der „blauen“ Klausurenkurs-Reihe von C.F. Müller. Diese Klausurenkursbände ergänzen die Schwerpunkte-Lehrbücher des Verlags und zeigen, wie Examensfälle mustergültig gelöst werden können. Zu diesem Zweck werden insgesamt 18 Fälle ausführlich im Gutachtenstil gelöst.

Dabei wird zunächst mit einem „allgemeinen Teil“ über die Einführung in die Technik des Klausurenschreibens begonnen. Hier wird erläutert, wie der Leser bestmöglich mit dem Buch arbeiten kann um den eigenen Gutachtenstil zu verbessern und wie die Schwerpunktsetzung im restlichen Lehrbuch konzipiert ist. Danach folgt als zweiter Teil das Familienrecht und schließlich als dritter Teil das Erbrecht, beide mit jeweils neun Fällen. Alle Fälle sind entweder bereits im juristischen Staatsexamen gelaufen oder werden voraussichtlich in nächster Zeit abgeprüft, weshalb auch diverse Universitäten vergleichbare Fälle zur Vorbereitung nutzen. Innerhalb der Rechtsgebiete folgt das Buch sodann einem systematischen Aufbau, der sich an dem des Bürgerlichen Gesetzbuches orientiert.

In der Falllösung wird gedanklich genau wie im Staatsexamen geprüft: Zunächst werden Vorüberlegungen angestellt, auf deren Grundlage eine entsprechende Lösungsgliederung entworfen wird. Dem schließt sich die umfassende Gutachtenlösung an. Am Ende dieser Lösung finden sich abschließend noch zahlreiche Literaturhinweise und eine Repetitoriumszusammenfassung zu dem eben bearbeiteten Thema. Ergänzend stellt die Autorin außerdem noch Kontrollfragen zur Verfügung, mit denen der Leser seinen Lernerfolg erneut überprüfen kann. Diese eignen sich ebenfalls bestens zur Übertragung auf eigene Karteikarten.

Zusammenfassend kann ich den Klausurenkurs zum Familien- und Erbrecht somit jedem Examenskandidaten empfehlen. Es werden alle examensrelevanten Themen in gebotenem Maß angesprochen. Erfahrungsgemäß benötigt gerade der Gutachtenstil bei vielen Examenskandidaten immer noch Vertiefung. Dieser wird durch die Nähe zur Klausurwirklichkeit der Falllösungen, gerade im Vergleich zu üblichen Lehrbüchern, sehr gefördert. Rückblickend hätte ich mir daher sogar gewünscht, vor dem Examen mehr derartige Klausurenkurse genutzt zu haben.