Metz, Spitzenklausuren im
Assessorexamen – Sprachliche Strukturen und Grundlagen der Klausurtechnik, 1.
Auflage, Eigenverlag 2016
Von Ref. iur. Marie-Beatrice
Dewitz, Achim
Das
von Dr. Florian Metz verfasste Werk
„Spitzenklausuren im Assessorexamen – Sprachliche Strukturen und Grundlagen der
Klausurtechnik“ soll den Leser in die Lage versetzen von den Besten zu lernen
und die Klausurergebnisse im Assessorexamen zu optimieren. Der methodische
Ausgangspunkt des 173 Seiten umfassenden Buches ist dabei die Erkenntnis: „Erfolg
hat, wer die Besten kopiert“, wie der Autor auf S. 4 schreibt. Metz‘ Kompetenz auf diesem Gebiet
ergibt sich aus seiner Tätigkeit als Richter am Amtsgericht und Arbeitsgemeinschaftsleiter
sowie bei „Projekt 10“, wo er Probeexamina und Forschungsprogramme betreut.
Unter
„die Besten“ versteht Metz
Bundesrichter, deren Sprach- und Schreibtstil eine wesentliche Grundlage für
das vorliegende Werk lieferten. Darüber hinaus begleitete er Rechtsreferendare
mit hervorragenden Abschlüssen und befragte erfahrene Prüfer zu den
maßgeblichen Bewertungskriterien im Zweiten Examen.
Das
Werk richtet sich an Referendare zu Beginn des juristischen
Vorbereitungsdienstes, die sich zielgerichtet auf die tatsächlichen
Prüfungsanforderungen vorbereiten wollen, an Examenskandidaten, die vor dem
Assessorexamen stehen und ihre strategische und sprachliche Herangehensweise
bei der Bearbeitung von Examensklausuren überprüfen und optimieren wollen sowie
an Examenskandidaten im Verbesserungsversuch, die ihre Herangehensweise
grundsätzlich überdenken und verändern möchte.
Das
Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, wobei jeder Abschnitt in Unterpunkte
untergliedert ist. Metz widmet sich
zunächst den allgemeinen Grundlagen juristischer Textgestaltung. Er setzt sich
in diesem Teil intensiv mit argumentativen Sprachstrukturen auseinander und verdeutlicht,
was einen guten Sprachstil ausmacht. Im zweiten Teil befasst er sich dann mit
Strategien für die Klausurbearbeitung. Der dritte Abschnitt enthält
Ausführungen zu sprachlichen Strukturen und Techniken für die Gestaltung des
Tatbestandes. Der Autor erläutert hier, wie der Gesamteindruck einer
Bearbeitung durch einen gut formulierten Tatbestand deutlich positiver ausfallen
kann. Im vierten, und mit 78 Seiten längsten, Teil erörtert Metz sprachliche Strukturen und
Techniken für die Gestaltung der Entscheidungsgründe, die als zentrale Bewertungsgrundlage
für die Prüfer nicht zu unterschätzen sind.
Besonders
gelungen ist, dass Metz nach seinen
jeweiligen Ausführungen ein „Fazit fürs Zweite Staatsexamen“ zieht. Dort
erörtert er kurz die Bedeutung der vorangegangenen Darstellungen für die
Klausurpraxis. Am Ende eines jeden Unterpunktes stellt er nochmal Strukturen
und Techniken im Überblick dar. Positiv hervorzuheben ist auch, dass Metz durchweg mit einer Vielzahl von
Beispielen arbeitet, die das schnelle und gründliche Verständnis erhöhen.
Bereits
im ersten Examen kommen nicht wenige Rechtskandidaten zu der Erkenntnis, dass
es von großer Bedeutung ist den Korrektor einer Klausur durch eine stilistisch
und sprachlich gute Bearbeitung für sich zu gewinnen. Metz setzt für das zweite Examen genau an dieser Stelle an und
verdeutlicht anhand vieler Beispiele, welch positiven Eindruck eine gute Argumentation
hinterlässt und versetzt den Leser seines Werkes in die Situation die Techniken
selbst anzuwenden.
Der
Autor geht zeitweise sehr ins Detail und schlüsselt Sprachtechniken genau auf,
was einen gewissen Grad an Konzentration erforderlich macht, sodass das
vorliegende Werk nicht als Bettlektüre empfohlen werden kann. Für die
Referendare und Examenskandidaten, die dazu bereit sind sich intensiv mit der
juristischen Sprache auseinander zu setzen und ihren eigenen Stil in einem
derart vorgerückten Ausbildungsstadium zu überdenken, ist Metz‘ Werk hingegen guten Gewissens zu empfehlen.