Knorre / Demuth / Schmid, Handbuch des Transportrechts, 2. Auflage, C.H. Beck 2015
Von RA, FA für Verkehrsrecht
Sebastian Gutt, Helmstedt
Das Transportrecht stellt zweifelsfrei ein besonderes und sehr
spezielles Rechtsgebiet dar. Mit dem Wissen aus dem Studium kommt hier nicht
unbedingt weiter und auch erfahrene Anwälte werden sich in der Materie im
Zweifel nicht immer auskennen. Mir ging es da nicht anders. Gleichwohl haben
sich in meiner Praxis Fälle aus diesem Bereich gehäuft, so dass ich auf der
Suche nach einem verlässlichen Helfer an meiner Seite, also einem guten
Handbuch war. Hier bin ich auf das vorliegende Werk gestoßen.
Vorteil eines Handbuches ist es, dass nahezu alle Themenbereiche
abgedeckt werden, und genau das habe ich gesucht, nämlich ein Handbuch für alle
Fälle. Weitere Voraussetzung war, dass ich ein Werk finde, dass mir auf
einfache Art und Weise das Rechtsgebiet näher bringt, ohne dass ich bereits
Spezialkenntnisse in diesem Bereich vorweisen muss. Als positiv hervorzuheben
ist aus meiner Sicht daher bereits an dieser Stelle, dass es allen Bearbeitern
des hier besprochenen Handbuches gelingt, diesen komplexen Rechtsbereich dem
Leser verständlich zu präsentieren. Ich wollte darüber hinaus auch ein
Kompendium, dass von Praktikern für Praktiker gemacht wurde. Dies alles „kann“
das vorliegende Handbuch.
Inhaltlich beginnt das Handbuch damit – wie überwiegend auch
üblich – die rechtlichen Grundstrukturen des Transportrechts zu erklären. Dabei
werden Grundbegriffe wie Frachtführer und Spediteur erläutert, ebenso deren
Haftung. Schon hier, und dies gilt dann auch für die übrigen Kapitel, hat mir
sehr gut die einfache Strukturierung gefallen. Sehr übersichtlich sind sie
gestaltet, die Schrift beispielsweise in angenehmer Größe. Absätze tragen ebenfalls
zur guten Lesbarkeit bei. Zitate werden in den Fußnoten angegeben, was ich
allgemein besser finde, als sie im Fließtext zu hinterlegen.
Nach dieser Einführung geht es weiter mit den Rechten und
Pflichten aus nationalen Frachtverträgen für Straßentransporte, wo es z.B. um
rechtliche Einzelheiten der Transportdurchführung und als Teil hiervon der
Logistik geht. Hier werden nicht nur Grundlagen besprochen, sondern auch, wie
man einen Logistikvertrag rechtskonform gestaltet. Ebenfalls – und dies ist neu
in dieser Auflage hinzugekommen – wird der Sonderbereich Binnenschifffahrtsrecht
besprochen, was zweifelsfrei sehr speziell ist und mit dem nicht zwangsläufig
jeder in Berührung kommt.
Sehr interessant fand ich es das Kapitel zu einzelnen Schäden bei
den jeweiligen Verträgen und deren Folgen, z.B. dass der Spediteur aufgrund
seiner weiter gefächerten Pflichten differenzierter haftet als der
Frachtführer. Die jeweiligen Haftungstatbestände werden zum Teil
stichpunktartig dargestellt, verbunden mit den Rechtsfolgen bei der Verletzung.
Auch hier sieht man wieder, dass den Bearbeitern der Spagat zwischen nützlicher
und erforderlicher Wissensvermittlung auf der einen und tiefgreifendem
Spezialwissen auf der anderen Seite hervorragend gelingt. Gleichfalls muss man
hier erneut die gelungene übersichtliche Gestaltung des Handbuches lobend
hervorheben.
Ein weiteres Themengebiet, das nicht unerwähnt bleiben soll, ist
die Prozessführung in Fracht- und Speditionssachen. Der Name des Kapitels ist,
was hier nicht negativ gemeint ist, etwas verwirrend. Tatsächlich geht es nicht
nur darum, wie man einen Prozess führt, sondern der Bearbeiter setzt viel
früher an und bietet indirekt einen schönen Leitfaden zur Bearbeitung des
Mandats als solches. Die Ausführungen gehen also weiter.
Insgesamt hat mir dieses Handbuch inhaltlich und von der
Darstellung sehr gut gefallen. Anfänger wie ich können hervorragend mit dem
Werk arbeiten. Aber auch erfahrene Praktiker werden sicherlich gut auf das Werk
zurückgreifen und einzelne Probleme nachschlagen können. Das Werk wird daher
von mir ohne Einschränkung empfohlen.
